Munich Re, Allianz: München soll digitaler Knotenpunkt für Versicherer werden

Munich Re, Allianz: München soll digitaler Knotenpunkt für Versicherer werden

, aktualisiert 20. Juli 2017, 15:03 Uhr
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Die Branchenriesen Munich Re und Allianz wollen die Kooperation mit Wissenschaftlern und jungen Startup-Unternehmen gemeinsam ausbauen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Digitalisierung macht etablierten Versicherungen das Leben schwer – der traditionelle Vertrieb ist langsam und teuer. Die Münchner Branchenriesen Munich Re und Allianz wollen das jetzt ändern.

MünchenDeutschlands größter Versicherungsstandort München soll ein globaler Knotenpunkt der Digitalisierung in der Branche werden. Mit Unterstützung von Bund und Land wollen die zwei Branchenriesen Munich Re und Allianz die Gründung eines „Insurtech Hub“ nutzen, um die Kooperation mit Wissenschaftlern und jungen Startup-Unternehmen auszubauen. „Mit dem Hub schaffen wir in München eine Schnittstelle zu Partnern jenseits der klassischen Versicherungswirtschaft“, sagte Munich Re-Vorstandschef Joachim Wenning vor der Eröffnung am Donnerstag.

„Ein solcher neuer Verkehrsknotenpunkt der physischen und digitalen Begegnung entfaltet Sogwirkung. Diese wird den Standort und die führende Rolle der deutschen Versicherungswirtschaft weiter stärken.“ Mit im Boot ist die Allianz, deren Vorstandschef Oliver Bäte die Digitalisierung zu seinem Hauptprojekt gemacht hat.

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Die „Hub“-Initiative ist ein Projekt des Bundes, der damit die Digitalisierung von Schlüsselbranchen beschleunigen will. „Ziel ist es, dass sich mehr internationale Start-ups am Industriestandort Deutschland ansiedeln“, erklärte eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin.

In der bayerischen Landeshauptstadt arbeiten nach Zahlen des Ministeriums 62.000 Menschen in der Versicherungsbranche – mehr als in jeder anderen deutschen Stadt. Einen zweiten Versicherungshub gibt es in Köln.

Der Münchner Hub soll nach Wennings Worten ein „Markt- oder Messeplatz“ sein, auf dem Unternehmen, Wissenschaftler und „Insurtechs“ zusammen kommen. Der Munich Re-Vorstandschef nannte fünf Punkte, bei denen die Digitalisierung das Versicherungsgeschäft verändert. „Viele Unternehmen nutzen die Technologie, um ihre Kundenorientierung zu stärken“, sagte Wenning. „Andere verschaffen sich neue Vertriebszugänge, so wie wir es über rein digitale Plattformen wie Nexible oder Digital Partners machen.“

Wenning bezog sich damit auf zwei digitale Projekte seines Konzerns: die Nexible Online-Versicherung soll in diesem Jahr an den Start gehen, Digital Partners soll Kooperationen mit Startups eingehen.

Wennings weitere drei Punkte: „Insbesondere Erstversicherer werden versuchen, ihre betriebliche Effizienz zu erhöhen und dabei auf Technologien wie künstliche Intelligenz als Unterstützung zurückgreifen“, sagte er.

„Es gibt weitere hochinteressante Ansätze, wie die Versicherer im Interesse ihrer Kunden durch Früherkennung Schäden gänzlich vermeiden oder zumindest verkleinern. Konkret werden Sensor- und IoT-Technologien verwendet, um zum Beispiel Maschinenbruch gar nicht erst eintreten zu lassen.“

Und die Digitalisierung ist nach Wennings Worten bei einem für Versicherungen zentralen Punkt nützlich: „Zudem wird einigen Unternehmen die verbesserte Nutzung von Daten dabei helfen, Risiken von Anfang besser zu verstehen, tariflich zu differenzieren oder überhaupt erst versicherbar zu machen.“

Die deutsche Versicherungswirtschaft sei in Europa gemessen an Größe und Marktdurchdringung mitführend, betonte Wenning. „Das wird auch so bleiben.“

Quelle:  Handelsblatt Online
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