Musterdepots: Besser als der Markt

Musterdepots: Besser als der Markt

, aktualisiert 02. März 2016, 17:34 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Nach 25 Monaten Musterdepots zieht der Handelsblatt-Autor Bilanz. Sein Fazit fällt überaus positiv aus. Sein Depot weist eine jährliche Rendite von sieben Prozent auf, nicht zuletzt dank einer bestimmten Anlageart.

Frankfurt am MainFünfundzwanzig Monate sind vergangen seit dem Start der Musterdepots. Zeit für die regelmäßige Zwischenbilanz: Insgesamt bin ich sehr zufrieden. Das Portfolio entwickelt sich in Übereinstimmung mit meinen beiden übergeordneten langfristigen Zielen: Einer jährlichen Rendite von durchschnittlich sechs bis acht Prozent – und einer deutlich niedrigeren Wertschwankung im Vergleich zum Gesamtmarkt.

Der aktuelle Wertzuwachs entspricht umgerechnet einer Rendite von mehr als sieben Prozent per annum und befindet sich exakt im angepeilten Ertragskorridor. Den Abstand zur Gewinnentwicklung des Vergleichsindexes „Stoxx 50“ hat das Handelsblatt-Depot erneut ausgebaut – auf inzwischen über 16 Prozentpunkte.

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Wegen des hohen Anteils an speziellen Anlagezertifikaten, die sich asymmetrisch zum Aktienmarkt entwickeln, lässt sich das Risikoprofil des Handelsblatt-Depot derzeit wie folgt skizzieren: Rutschen die Börsenkurse in den kommenden Monaten ab, partizipiert das Portfolio nur zu rund 80 Prozent an den Verlusten. Legen die Notierungen dagegen um bis zu einem Zehntel zu, liegt die Beteiligung daran deutlich höher – im Schnitt bei mehr als 180 Prozent. Im Gegenzug ist aber der Maximalgewinn begrenzt.


Peugeot Citroën zieht allen davon

Der deutsche Automarkt verzeichnete im Februar ein sehr solides Wachstum. Mit über 250.000 Neuwagen wurden etwa zwölf Prozent mehr Fahrzeuge zugelassen als im Vorjahresmonat. Als Hauptgründe nennen die Experten einen robusten Arbeitsmarkt, hohe Rabatte sowie einen niedrigen Benzinpreis. Die gestiegenen Reallöhne tragen zusammen mit niedrigen Sparzinsen dazu bei, dass die Verbraucher zu größeren Ausgaben bereit sind und weniger Gelder auf Sparkonten parken.

Die Statistik sagt allerdings nur die halbe Wahrheit über den Zustand des Automarktes. Viele der Neuzulassungen wurden von den Händlern gemacht, um die Fahrzeuge anschließend an Kunden mit hohen Rabatten verkaufen zu können.

Nichtsdestotrotz konnten fast alle großen Hersteller ihre Absatzzahlen zum Vorjahr steigern. Unser Depotmitglied – Peugeot Citroën Konzern (PSA) – verzeichnete ein Wachstum von fast 15 Prozent. Die PSA Aktie befindet sich seit Auflage des Musterdepots im Portfolio und war 2015 mit einer Wertentwicklung von fast 60 Prozent der Bestperformer des Musterdepots.


Wer hat Angst vorm „Brexit“?

Während viele Volkswirte zunehmend Gefallen daran finden, für einen möglichen Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union Untergangszenarien zu zeichnen, könnte die Wirklichkeit ein wenig profaner ausfallen. Nach einer anfänglichen starken Abwertung der britischen Währung könnte das Leben zunächst ganz normal weitergehen. Die EU wäre vermutlich verwaltungstechnisch gar nicht in der Lage, Großbritannien innerhalb kurzer Zeit in den Status eines nicht EU-Landes zurückzuversetzen, sodass erst einmal das Wirtschaftsleben weitgehend unverändert stattfindet.

Wenn es dann schließlich de facto zu einem Ausschluss aus dem Binnenmarkt kommt, wird man feststellen, dass der Handel kaum zurückgeht. Der Grund dafür ist einfach: Internationaler Handel kommt immer dann zustande, wenn er ökonomisch Sinn macht. Eine Grenze oder eine Erhebung von Zöllen ändert in der Regel wenig an dieser Sinnhaftigkeit, weshalb auch Länder wie die USA oder China trotz Grenzen und Zöllen beispielsweise ihren Handel mit Deutschland stark ausgeweitet haben.

Wenn sich aber erst einmal herumspricht, dass es erstens überhaupt möglich ist, die EU zu verlassen, und zweitens keine substanziellen Blessuren zu erleiden sind, hat die EU ein ernsthaftes Argumentationsproblem. Vielleicht ist das auch der Grund, warum in den letzten Tagen nicht nur das Pfund gegenüber dem US-Dollar verloren hat, sondern auch der Euro. Denn ein halbwegs funktionierender Brexit wäre Wasser auf die Mühlen von Europa- und Euro-Skeptikern auch außerhalb Großbritanniens. Nicht ohne Grund finden sich die heftigsten Gegner eines Brexits eher außerhalb des Königreichs, denn viele Kreise haben kein Interesse daran, dass etwas passiert, was gar nicht passieren darf.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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