Musterdepots: Bilanzsaison steht im Fokus

Musterdepots: Bilanzsaison steht im Fokus

, aktualisiert 26. April 2016, 18:46 Uhr
Bild vergrößern

Daniel Hupfer

Quelle:Handelsblatt Online

In den USA ist die Berichtssaison für das erste Quartal in vollem Gang. Auf den ersten Blick schneidet die große Mehrzahl der Konzerne überraschend gut ab. Erst beim zweiten Blick zeigen sich Schwächen.

DüsseldorfBis heute hat ein knappes Drittel der im US-Aktienindex S&P 500 notierten Unternehmen ihre Geschäftszahlen veröffentlicht. Von 143 Gesellschaften konnten 110 besser als erwartete Gewinne melden, nur 30 lagen unter den Erwartungen. Somit liegt das sogenannte Surprise-Ratio bei 78 Prozent und signalisiert mit dieser Marke eine anscheinend überdurchschnittlich gute Berichtssaison. Bei einer tiefergehenden Analyse trüben sich die Zahlen aber spürbar ein.

Bei der Umsatzerwartung konnten nur noch etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen positiv überraschen. Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen konnten nur rund 75 Unternehmen Kursgewinne einfahren. Dies zeigt, dass auch bei positiven Überraschungen in Bezug auf die Gewinne der Unternehmen nicht unmittelbar mit Kursgewinnen gerechnet werden kann. Das bisher insgesamt positive Bild war aber von uns erwartet worden, da die Analysten die Erwartungen an die Gewinne und Umsätze der Unternehmen schon im Vorfeld deutlich reduziert hatten. Unmittelbaren Handlungsbedarf können wir daher für den S&P 500-ETF in unserem Bestand nicht erkennen.

Anzeige

Bei den Anleihen ist die Angst vor einer Wiederholung des dramatischen Zinsanstiegs aus dem letzten Jahr spürbar. Seit dem Tiefststand für zehnjährige Bundesanleihen von 0,089 Prozent am 7.April sind die Renditen um knapp 20 Basispunkte angestiegen. Dies ist aus unserer Sicht fundamental nicht zu begründen, da die Europäische Zentralbank (EZB) weiterhin in großem Umfang Anleihen kauft, die Inflation in der Euro-Zone nach wie vor niedrig ist und auch die US-Notenbank nur sehr moderat an der Zinserhöhungsschraube dreht. Daher glauben wir derzeit nicht an eine Wiederholung des Anleihecrashs aus 2015 und sehen noch keinen Grund, die Anleihen in unserem Depot zu verkaufen.


Politische Risiken in Europa

Viele Risiken werden derzeit an den Kapitalmärkten weitestgehend ausgeblendet. Dazu gehören neben den sinkenden Gewinnen der Unternehmen in den USA politische Risiken in Europa . Vor allem die möglichen Folgen der Abstimmung über einen EU-Austritt Großbritanniens am 23. Juni dieses Jahres.

Nur 19 Prozent der institutionellen und 30 Prozent der privaten Anleger halten momentan einen „Brexit“ für wahrscheinlich. Das zeigt eine Umfrage der Analysefirma Sentix. Umso heftiger dürften die Reaktionen an den Börsen auf solch ein überraschendes Negativszenario ausfallen.

Daher erwäge ich, das Musterportfolio demnächst stärker als bisher gegen Volatilität abzusichern – erstmalig auch durch den Einsatz von Optionsscheinen. Damit lassen sich vorhandene Depotpositionen schützen. Zu den gängigsten zählen sogenannte Put-Optionsscheine. Puts gewinnen an Wert, wenn die Aktie oder der Börsenindex, auf den sie sich beziehen, an Wert einbüßt und umgekehrt. Und: Der Kurs bewegt sich nicht nur entgegengesetzt zu Dax & Co. Zusätzlich entwickelt er sich überproportional. Nur ein Bruchteil des abzusichernden Kapitals muss also in Puts fließen, um Börseneinbrüche zu neutralisieren.

Die Kosten für die Puts stellen eine Art Versicherungsprämie dar für den Schutz des eigenen Portfolios. Denn entwickelt sich die Aktienposition stabil oder steigt ihre Notierung gar über ein bestimmtes Niveau, verfallen die Scheine wertlos. Das Handelsblatt-Portfolio bis Mitte Juli mit Puts gegen größere Kursverluste von über fünf Prozent abzusichern, würde derzeit knapp zwei Prozent des Anlagekapitals kosten.


UPM-Aktie steigt kräftig an

Der finnische Konzern UPM Kymmene hat am Dienstag die aktuellen Zahlen für das erste Quartal 2016 bekanntgegeben und die Erwartungen der Analysten völlig übertroffen. Dank der kontinuierlichen Kostensenkungsmaßnahmen konnte das Unternehmen mit 281 Millionen Euro den operativen Gewinn um 34 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode steigern. Die Analysten haben im Durchschnitt mit 233 Millionen Euro gerechnet.

 

Die Börsianer haben mit massiven Zukäufen auf die positive Nachricht reagiert. Die UPM-Aktie legte im Handelsverlauf bis zu 12,5 Prozent zu, was der stärkste zwischenzeitliche Kursanstieg seit 18 Monaten war. Da die Cash Flows des Konzerns stark sind und der Investitionsbedarf für die nächsten Jahre eher als gering angesehen wird, schließen die Analysten eine höhere Dividende nicht aus. Dabei ist die Dividendenrendite der UPM Aktie mit rund fünf Prozent bereits jetzt überdurchschnittlich.  UPM Kymmene ist einer der größten Papier- und Waldkonzerne weltweit und spezialisiert sich vor allem auf die Herstellung von Druckpapier für Zeitschriften und Zeitungen sowie die Verarbeitung von Holzprodukten. Die UPM-Aktie befindet sich seit Auflage des Musterdepots im Aktienkernportfolio und gehört zu unseren bisher erfolgreichsten Investments.    

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%