Musterdepots: Börsen-Achterbahn wird zum Normalfall

Musterdepots: Börsen-Achterbahn wird zum Normalfall

, aktualisiert 07. April 2016, 17:09 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Die Geldpolitik der Notenbanken ist alles andere als eindeutig. Das verunsichert auch die Börsen. Anleger werden sich auf noch mehr Schwankungen einstellen müssen, sagt Handelsblatt-Autor Georgios Kokologiannis.

DüsseldorfIn dieser Handelswoche gab es erneut viele Kursschwankungen: Zwischen Wochenhoch und –tief beim deutschen Leitindex lagen bislang rund 400 Punkte. An dieses Auf und Ab werden sich Anleger in den nächsten Wochen auch weiter gewöhnen müssen. Denn die US-Notenbank hat mit der Veröffentlichung ihrer Protokolle nicht gerade zur Beruhigung beigetragen.

Denn die Notenbanker sind offenbar tief gespalten, wie es beim Thema Zinswende in den USA weitergeht. Die einen plädieren für weitere Zinserhöhungen, die anderen wie Chefin Janet Yellen wollen eher eine Pause einlegen und eventuell später noch mehr Geld in die Märkte pumpen zu können.

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Solange es in diesem Punkt keine klare Richtung gibt, wird jede noch so kleine Äußerung eines Notenbankers auf das Thema Zinswende untersucht. Und bei jeder Sitzung der US-Notenbank kommt das Thema wieder auf die Tagesordnung. Da kann kein Vertrauen der Märkte entstehen.


Helikoptergeld – eine gute Idee?

In den letzten Wochen wird in der Presse sowie unter den Volkswirten eine Diskussion geführt, ob die Europäische Zentralbank zwecks Inflationsstimulierung Bargeld an alle Einwohner der Eurozone verteilen könnte. Der EZB-Chef Mario Draghi hat im März diese Idee als „sehr interessant“ bezeichnet. Die schwedische Nordea-Bank hat sogar einen Betrag ausgerechnet, welcher von der EZB ausgeschüttet werden könnte, ohne in den negativen Bereich beim Eigenkapital rutschen zu müssen: Dies wären 1300 Euro pro Empfänger.

Der EZB-Volkswirt Peter Praet hat am Donnerstag allerdings die „Helikopter-Geld“ Spekulationen dementiert. Laut ihm wurde dies von den führenden EZB-Mitgliedern nicht einmal ernst diskutiert. Es gebe jedoch im Arsenal der Notenbank noch genügend Mittel, um eventuellen negativen Entwicklungen entgegenzuwirken, so Herr Praet.

Sein Chef Mario Drahi hat Anfang laufender Woche zugegeben, dass das Jahr 2016 für die Währungshüter sehr herausfordernd sein könnte. Die Aussichten für die Weltwirtschaft seien unsicher und der Druck auf die Teuerungsrate bleibe intakt.


Roche-Zukauf bietet Chancen auf Gewinne

In unserem Depot haben wir gestern im Bereich der Pharmawerte mit dem Schweizer Unternehmen Roche einen Zukauf getätigt. Hintergrund ist die ausgeprägte Schwäche der europäischen Pharmawerte, die sich seit Jahresanfang deutlich schlechter als der breite Markt entwickelt haben. So lag der europäische Stoxx600 bis Ende März mit etwa 8 Prozent im Minus, der Stoxx 600 Healthcare Index dagegen verlor fast 13 Prozent und die Roche im speziellen etwa 15 Prozent an Wert.

Wir halten die aktuelle Unterperformance für nicht gerechtfertigt und haben daher gestern ein erstes Investment getätigt. Für uns sind die Schweizer unter den Pharmawerten derzeit am besten aufgestellt. Insbesondere die hohe Innovationsfähigkeit durch den großen Biotechnologiebereich gehört zu den Stärken von Roche. Die Unternehmensbewertung ist wie im gesamten Sektor allerdings relativ hoch. Solide Cashflows, eine geringe Konjunkturabhängigkeit sowie eine Dividendenrendite in Höhe von etwa 3,3 Prozent rechtfertigen diese allerdings aus unserer Sicht.

Seit dem Höchststand hat die Roche-Aktie etwa 20 Prozent nachgegeben. Das aktuelle Kursniveau halten wir interessant für einen Einstieg. Die Empfehlungen der Analysten sprechen eine eindeutige Sprache. So empfehlen 30 Analysten die Roche-Aktie zum Kauf mit einem durchschnittlichen Kursziel von 305 Schweizer Franken. Dies wäre ein Kurspotenzial von etwa 25 Prozent. 3 Analysten empfehlen die Aktien zu halten.

Quelle:  Handelsblatt Online
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