Musterdepots: Börsen nach Plan

Musterdepots: Börsen nach Plan

, aktualisiert 28. März 2016, 16:58 Uhr
Bild vergrößern

Daniel Hupfer

Quelle:Handelsblatt Online

Die Aktienmärkte in Europa entwickeln sich gemäß seinen Erwartungen, schreibt Autor Daniel Hupfer. Spannender sind die Märkte in den USA. Dort warten auf die Anleger Jahreshöchststände.

Die Entwicklung an den Aktienmärkten entspricht unseren Erwartungen. Nachdem die europäischen Börsen den seit Jahresbeginn vorherrschenden Abwärtstrends durchbrochen haben und etwa die Hälfte der entstandenen Verluste wieder aufholen konnten, treten wir nun in die Phase der Konsolidierung ein. Für den Dax und den EuroStoxx erwarten wir somit für die Osterwoche eine eher seitwärts gerichtete Tendenz.

Die Situation in den USA ist charttechnisch etwas spannender: Sowohl der Dow Jones als auch der S&P 500 bewegen sich über dem 200-Tage-Durchschnitt und markieren neue Jahreshöchststände. Hier könnte die Tendenz durch gute Konjunktur- und Unternehmensdaten weitere anhalten. Auf Basis unser gehaltenen Einzeltitel sehen wir heute keine kurstreibenden Informationen und nach den Transaktionen der vergangenen Tage haben wir auch keinen Handlungsbedarf. Für unsere Anleihen bedeutet der Tag ebenfalls weitere Kursgewinne. Unternehmensanleihen und High-Yield-Anleihen bleiben weiter gefragt.

Anzeige

Am gestrigen Tag hat die Deutsche Post zwei Anleihen mit einem Volumen von 1,25 Milliarden Euro begeben. Interessant ist, dass im Rahmen der Ankündigung höhere Renditeaufschläge avisiert wurden, als dann letztlich bei der eigentlichen Emission realisiert werden konnten. Die fünfjährige Anleihe weist eine Emissionsrendite von 0,5 Prozent auf. Selbst dieses geringe Renditeniveau hat eine hohe Nachfrage erzeugt. Mit den heutigen Kursen konnten sehr kurzfristig orientierte Investoren 1,0% Kursgewinn realisieren. Wir erkennen darin den weiterhin enormen Anlagebedarf konservativ ausgerichteter Investoren.


Steigende Löhne machen nicht automatisch Lust auf Konsum

Wie das statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, stiegen die Reallöhne 2015 in Deutschland um 2,4 Prozent. Dieser hohe Zuwachs ist auf die moderate Entwicklung der Verbraucherpreise mit 0,3 Prozent und die leicht überdurchschnittliche Lohnsteigerung von 2,7 Prozent zurückzuführen. Von dieser Entwicklung profitieren vor allem Beschäftigte im Niedriglohnsektor, die im Vergleich zu den übrigen Arbeitnehmern mit 4,1 Prozent einen überdurchschnittlichen Lohnzuwachs erzielen. Für diese Entwicklung war in erster Linie die Einführung des Mindestlohnes am 01. Januar 2015 verantwortlich.

Jedoch bekommt der Optimismus, trotz des gestiegenen Lohnes, laut des Meinungsforschungsinstitutes GfK einen Dämpfer. So sinkt der von der Gesellschaft ermittelte Indikator der Konsumlaune für April um 0,1 auf 9,4 Punkte. Gründe dafür sind in erster Linie die gesunkenen Erwartungen der Verbraucher für zukünftige Einkommen und die schwächelnde Weltkonjunktur. So habe laut des Institutes die konjunkturelle Abschwächung der Wirtschaft in den wichtigen Exportländern, in den USA und China, seine Auswirkungen auch auf die Konsumenten.


Rendite vom Discounter

Am kommenden Donnerstag werden die Discountzertifikate auf den S&P 500 automatisch durch die Emittentin Deutsche Bank zurückgezahlt (WKN: XM0PRG). Mit diesen defensiven Anlageprodukten hatte ich im vergangenen Juni mit einem 'Rabatt' von fünf Prozent in den Wall-Street-Index investiert und den Bestand später mehrfach aufgestockt.

Ziel war es, mit Hilfe dieser speziellen Instrumente auch dann eine Rendite von umgerechnet mehr als sechs Prozent per annum zu erreichen, wenn die US-Börsen nur noch auf der Stelle treten. Genau das haben die Zertifikate erreicht: Während der S&P 500 nach kräftigem Auf-und-Ab wieder genau auf dem Niveau vom Sommer 2015 notiert, liegt die Zertifikate-Position knapp sieben im Plus.

Das nun freiwerdende Kapital werde ich in den kommenden Tagen teilweise in ein ähnliches Discountzertifikat reinvestieren - voraussichtlich in eine Variante, die über eine Laufzeit bis Januar kommenden Jahres verfügt (WKN: PB32PD). Auch wenn die US-Börsen bis dahin unter dem Strich nur noch auf der Stelle treten, ermöglichen diese Papiere eine Rendite von rund sieben Prozent per annum.

Dieser Ertrag befindet sich genau in dem für das Musterdepot festgelegten Renditekorridor von sechs bis acht Prozent Gewinn pro Jahr. Im Gegenzug für diesen speziellen Mechanismus ist der maximal erreichbare Gewinn auf insgesamt rund neun Prozent begrenzt.

Und auch mit dieser Position würde ich ganz bewusst einer Discounter-Variante ohne Währungsabsicherung den Vorzug geben. Eine Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar in den kommenden Monaten wird dadurch eins zu eins in zusätzlichen Ertrag für das Handelsblatt Musterportfolio umgemünzt.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%