Musterdepots: Den Weißkopfseeadler im Blick

Musterdepots: Den Weißkopfseeadler im Blick

, aktualisiert 14. April 2016, 21:23 Uhr
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Daniel Hupfer

Quelle:Handelsblatt Online

Die US-Konjunktur brummt und entwickelt sich besser als die in Europa. Das gilt auch für den Aktienmarkt. Wie unsere drei Musterdepotstrategen dies bewerten und was sie daraus für Schlüsse für ihre Anlagestrategie ziehen.

Blickt man auf die US-amerikanischen Einkaufsmanagerindizes, so scheint der Tiefpunkt der wirtschaftlichen Entwicklung in der Industrie schon Ende 2015 erreicht worden zu sein. So lag der viel beachtete ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe im Dezember 2015 bei 48,0 Punkten. Seitdem hat er sich schrittweise bis zuletzt auf 51,8 Punkten erholt.

Diese Entwicklung des nationalen PMIs spiegelt sich auch in allen regionalen Einkaufsmanager-Indizes wider: Seien es die bedeutsameren Regionen wie Philadelphia, New York, Chicago, Dallas, Richmond und Kansas oder die weniger im Fokus stehenden Indizes aus Austin, Houston, Milwaukee oder Southeast Michigan. Alle haben sich in den vergangenen zwei bis drei Monaten verbessert. Aus der aktuell laufenden US-Berichtssaison für die Gewinn- und Umsatzentwicklung des ersten Quartals sowie die Ausblicke auf das Jahr 2016 erwarten wir weitere Aufschlüsse über den Zustand der amerikanischen Wirtschaft.

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Mit den jüngsten Anleihe-Transaktionen haben wir unseren Cash-Bestand deutlich abgebaut. Die Gewichtung von Aktien und Aktienfonds liegt derzeit bei etwa 55 Prozent, Renten und Rentenfonds machen knapp über 40 Prozent aus. Mit der jüngsten Markterholung bewegt sich unser Vermögenswert derzeit langsam auf den Jahresanfangsbestand zu, sodass die zwischenzeitlichen Verluste wieder nahezu vollständig wett gemacht wurden.


Das Aufholpotenzial ist da

Wenn man die Zwölf-Monats-Charts aus den USA mit denen aus Europa vergleicht, sieht man einen deutlichen Unterschied: Der S&P 500 hat beispielsweise in diesem Zeitraum nur wenig verloren und liegt lediglich einige Prozentpunkte unter seinem Allzeithoch von 2109 Punkten. Das hat er Anfang November 2015 erreicht.

Der Euro-Stoxx-50 hat hingegen – ähnlich wie das deutsche Börsenbarometer Dax – seitdem rund 20 Prozent verloren.  Das Rekordhoch hat der europäische Auswahlindex im Jahr 2000 markiert – damals bei 5464 Zählern. Aktuell notiert der Index bei rund 3050.

Auf dieses Aufholpotenzial des europäischen Börsenbarometers in den kommenden Monaten setze ich bei meiner Depotstrategie. Zwei Drittel der Summe meines Musterdepots sind in offensivere Sprintzertifikate investiert. Diese Produkte verdoppeln beziehungsweise verdreifachen den Anstieg des Euro Stoxx 50 ab 3100 Punkten.

Beim S&P 500 hingegen setze ich auf eine leichte Seitwärtsbewegung. Beispielsweise mit einem Discountzertifikat. Das ermöglicht bereits seine Rendite, wenn der Index nur seitwärts tendiert.  Denn gegenüber dem Erwerb des Basiswerts sind Discountzertifikate preiswerter, dafür ist der Gewinnanstieg begrenzt. 

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis


Ein „V“ rät zum Angriff

Unser Musterdepot befindet seit Ende Januar 2016 in einem abgesicherten Zustand. Dies bedeutet deutlich reduzierte Gewichtungen bei den Einzeltiteln und Ziel-Wikifolios mit einer starken Korrelation mit dem breiten Aktienmarkt sowie zwei nicht besetzte Positionen beim Wikifolio-Anteil und eine im Aktienkernportfolio. Der Auslöser für die Senkung der Investitionsquote war ein Verkaufssignal vom intern entwickelten Wertsicherungssystem am 21.01.2016.

Seit der Zeit haben sich die Aktienmärkte deutlich erholt. Vor allem die US-amerikanischen Börsen haben eine V-förmige Bewegung absolviert. Wenn sich die Erholung fortsetzt, wäre ein Wiedereinstig beziehungsweise eine Investitionsquote von nahe 100 Prozent in unmittelbarer Nähe. Sollte es dazu kommen, wird sich unsere partielle Absicherung als hinfällig erweisen und etwas Performance kosten. Dies wird jedoch von uns in Kauf genommen und als eine Versicherungsprämie betrachtet.

Durch die bisher im Vergleich zur Benchmark erzielte Outperformance können wir es uns auch „leisten“. Der große Vorteil eines derartigen Systems ist die Tatsache, dass die Investitionsquote emotionslos und frei von Bauchgefühlen gesteuert wird, während wir uns die ganze Zeit auf das Stockpicking konzentrieren können.       

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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