Musterdepots: Der Euro sinkt, das Musterdepot steigt

Musterdepots: Der Euro sinkt, das Musterdepot steigt

, aktualisiert 01. März 2016, 19:03 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Erneut hat die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar verloren – gute Nachrichten für das Handelsblatt-Depot. Denn das hat viele Produkte im Portfolio, die Rendite bei steigendem Dollar versprechen.

Frankfurt am MainZum sechsten Mal innerhalb der vergangenen sieben Handelstage hat der Euro am Dienstag gegenüber dem US-Dollar nachgegeben – unter dem Strich um insgesamt fast drei Prozent. Das Handelsblatt-Musterdepot profitiert von dieser Aufwertung der US-Währung. Knapp ein Viertel des Portfoliokapitals befindet sich in Anlageprodukten, die zusätzliche Rendite generieren, wenn der Dollar aufwertet.

Erst kürzlich hatte ich beispielsweise in spezielle Anlagezertifikate investiert, die Kursbewegungen des Wall Street-Indexes S&P 500 im Depot überproportional nachzeichnen (WKN: XM84AM). Seit dem Kauf vor rund zwei Wochen haben diese sogenannten „Sprintzertifikate“ bereits mehr als elf Prozent an Wert gewonnen. Rund vier Prozentpunkte davon lassen sich allerdings auf die Dollar-Aufwertung zurückführen. Ganz bewusst hatte ich mich damals für eine Variante ohne Wechselkursabsicherung entschieden.

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Experten zufolge dürfte es mit dem Euro kurz- wie mittelfristig weiter abwärtsgehen. Hintergrund ist die Inflationsentwicklung in der Eurozone, die sich immer weiter abschwächt. Marktteilnehmer erwarten daher, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrem kommenden Treffen am 10. März den Startschuss für weitere geldpolitische Lockerungsmaßen fallen lassen wird.

Die Währungsstrategen der Deutsche Bank gehen davon aus, dass der Euro von aktuell 1,086 Euro zunächst bis Ende des Quartals auf 1,05 Dollar sinken wird – und im Jahresverlauf dann die Parität zum Greenback erreicht. Das bedeutet, dass ein Euro dann nur noch einen Dollar kosten würde.


Der größte Anlagenotstand aller Zeiten

Volatilität gleich Risiko. Diesem Trugschluss sitzt bedauerlicherweise nach wie vor ein großer Anteil der Privatanleger hierzulande auf, wenn es darum geht, einen Teil Ihres Vermögens in Aktien zu investieren. Dabei ist es längst historisch erwiesen, dass sich stringente Aktien-Strategien wie der Value-Ansatz unserer Aktien-Kernportfolios, der den Wert eines Unternehmens in den Mittelpunkt der Betrachtung rückt, trotz teils großer Kursschwankungen langfristig auszahlen.

Hinzu kommt eine unbequeme Wahrheit: Wir befinden uns im größten Anlagenotstand aller Zeiten. Die Umlaufrendite befindet sich mit aktuell 0,36 Prozent verglichen mit den letzten Monaten wieder auf dem Rückzug - diese Kennzahl gibt den Jahresertrag aller deutschen Zinspapiere mit bester Bonität bis zur Fälligkeit an. Anleger, die sich derzeit in Renten- und Mischfonds engagieren, sind daher gut beraten, einen genaueren Blick in diese Fonds zu werfen. Die Vergangenheitsrenditen von Rentenfonds sind nämlich in der absehbaren Zukunft nicht mehr zu erwirtschaften.

Bis 2020 dürfte sich bei den Zinsen nicht viel ändern. Der Normalsparer, der Geld in vermeintlich „sichere“ Investments gibt, ist damit für die nächsten Jahre der große Verlierer. Anleger, die Gelder in Aktien – inkl. Wertsicherungssystem - und Immobilien anlegen, werden ihr Vermögen, wenn auch unter Schwankungen, wohl weiter vermehren. Ein radikales Umdenken ist deshalb dringend notwendig.


Noch ist der Bärenmarkt nicht beendet

Die Erholungstendenz an den Aktienmärkten hält derzeit weiter an. So eroberte der Dax am Dienstag erneut die Marke von 9700 Punkten. Mit dem Durchbruch dieser derer sind weitere Kurssteigerungen wahrscheinlich. Gestützt wird diese Entwicklung von einer Stabilisierung des Ölpreises. Dieser hat seit Mitte Februar nahezu 30 Prozent an Wert hinzugewonnen und auch der US-Dollar konnte gegenüber dem Euro zulegen. Unser Portfolio konnte von diesen Entwicklungen überdurchschnittlich profitieren.

Aufgrund der sich zum Teil verschlechternden Konjunkturdaten halten wir es allerdings für zu früh, ein Ende des Bärenmarktes auszurufen und die Aktienquote wieder deutlich zu erhöhen. In den kommenden Tagen folgen weitere wichtige Konjunkturdaten aus den USA. Dieser Datenkranz ist für uns von besonderer Bedeutung, da eine Stabilisierung dieser Daten enorm wichtig wäre, um die Erholung an den Aktienmärkten zu untermauern.

Trotz der entspannenden Signale vom Aktienmarkt, stellt sich am Rentenmarkt derzeit ein anderes Szenario dar. Bundesanleihen rentieren bis zu einer Laufzeit von fast neun Jahren negativ. Damit liegen die Renditen sogar noch unter den Ständen des gleichen Zeitraumes im Vorjahr. In 2015 erfolgte allerdings kurz nach Erreichen der Tiefststände eine scharfe Korrektur und bescherte vielen Anleiheinvestoren deutlich Kursverluste. Wir begleiten die aktuelle Entwicklung eng und werden bei nachhaltigen Zinsanstiegen deutscher Staatsanleihen die Duration unserer Bestandsanleihen deutlich reduzieren.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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