Musterdepots: Deshalb könnte der Dax bald über 10.000 Punkte klettern

Musterdepots: Deshalb könnte der Dax bald über 10.000 Punkte klettern

, aktualisiert 03. März 2016, 18:03 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Kurz vor der nächsten EZB-Ratssitzung kommt Bewegung in die Aktienmärkte. In Erwartung einer weiteren Lockerung der Zinspolitik, klettern die Kurse – auch weil einige Händler umdenken.

Frankfurt am MainDie Akteure der Europäischen Zentralbank (EZB) bereiten die Öffentlichkeit immer deutlicher auf neue Marktstimuli vor: So erklärte Direktoriumsmitglied Benoit Cœuré am Donnerstag bei einer Anhörung im Europa-Parlament in Brüssel, dass er nicht sagen würde, die Geldpolitik habe ihre Grenze erreicht.

Und tags zuvor hatte die Zentralbank einen Brief ihres Chefs Mario Draghi an einen Europa-Abgeordneten veröffentlicht: „Es gibt keine Grenzen, wie weit wir gewillt sind mit unseren Instrumenten innerhalb unseres Mandats zu gehen“, heißt es darin unmissverständlich. Die EZB werde auf ihrer Ratssitzung am 10. März ihre Haltung möglicherweise überdenken, so Draghi.

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Bis dahin dürften die Aktienkurse tendenziell noch einmal kräftig zulegen. Wer zuvor etwa mit Leerverkäufen auf fallende Kurse gewettet hatte, wechselt nun die Seiten, um Verluste zu begrenzen – das befeuert die Börsen zusätzlich. Orientiert man sich an ähnlichen Markt-Konstellationen aus der Vergangenheit, dann könnte beispielsweise der Dax binnen einer Woche noch auf etwa 10.300 bis 10.500 zulegen.

Ein kurzfristig erreichbares Kursniveau, dass jetzt auch technische Analysen in den Raum stellen: Demnach eröffne sich dem Dax wegen einer „aktivierten Bodenformation“ aktuell ein Potenzial von gut 700 Punkten nach oben. Darauf weist etwa Jochen Stanzl hin, Chef-Marktanalyst des Handelsplattformbetreibers CMC Markets.


Positive Signale für Voestalpine?

Der Chef des österreichischen Stahlkonzerns Voestalpine, Wolfgang Eder, geht laut Reuters Informationen mit einer Wahrscheinlichkeit von über 50 Prozent davon aus, dass sein Unternehmen den Zuschlag beim umstrittenen Ostsee-Pipeline-Projekt „Nord Stream 2“ erhalten würde. Bei diesem möglichen Großauftrag könnte es um die Lieferung von etwa 200.000 Tonnen Grobblech gehen, so Herr Eder.

Die Entscheidung sollte in den nächsten acht Wochen fallen. Im Rahmen des Projektes sollten die bestehenden Gasleitungen von Russland nach Europa deutlich ausgebaut werden. Die Aktie des Linzer Konzerns befindet sich seit Auflage des Musterdepots im Aktienkernportfolio.

Aktuell liegt die Position im Minus, wir sind jedoch von der Qualität des Unternehmens nach wie vor überzeugt und gehen von einer mittel- bis langfristigen Outperformance der Voestalpine-Aktie aus. Vor allem gefallen uns die voranschreitende Internationalisierung des Geschäftes, eine diversifizierte Produktpallette sowie eine sehr günstige Bewertung des Unternehmens.


Rohstoffe setzen Erholungskurs fort

Die Erholung der Rohstoffaktien hält derzeit weiter an. So legte auch gestern der Stoxx 600 Basic Resources wieder deutlich zu, so dass der Rohstoffsektor mit einem Plus von über 10 Prozent in diesem Jahr mit Abstand die stärkste Branche darstellt. Die Aktien von Anglo American führen die Erholungsrally derzeit an. Das Kursplus seit Jahresanfang beträgt mittlerweile etwa 80 Prozent. Der Titel hatte allerdings seit 2008 über 90 Prozent seines Wertes verloren, so dass die aktuelle Bewegung in einem langfristigen Kurschart kaum auffällt.

Auch andere Minenbetreiber wie Glencore, BHP Billiton und Rio Tinto sind an der Börse derzeit wieder stark gesucht. Wir führen die aktuelle Situation weniger auf eine Erholung der Weltwirtschaft als vielmehr auf Eindeckungskäufe von Hedgefonds zurück, die in den vergangenen Monaten und Quartalen hohe Leerverkäufe durchgeführt haben. Die strukturellen Probleme des Rohstoffsektors sind aus unserer Sicht noch nicht behoben.

In unserem Depot haben wir aktuell mit dem deutschen Stahlhersteller Thyssen-Krupp und dem britischen Ölunternehmen BP nur ein geringes Exposure in Rohstoffaktien. Die hohe Sektorvolatilität sowie die weiterhin schwachen Konjunkturdaten halten uns von weiteren Investments ab. Erst wenn sich in China, dem nach wie vor größten Nachfrager nach Rohstoffen, die wirtschaftliche Dynamik wieder verbessert, würden wir die Quote an Rohstoffaktien wieder erhöhen.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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