Musterdepots: Die Ruhe vor dem Sturm

Musterdepots: Die Ruhe vor dem Sturm

, aktualisiert 23. Mai 2016, 20:20 Uhr
Bild vergrößern

Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Georgios Kokologiannis warnt vor der trügerischen Ruhe an der Börse. Denn in den USA tagt bald die Fed, die Briten stimmen über den Brexit ab und das BGH urteilt über das EZB-Vorgehen. Er rät zu frühzeitigem Handeln.

Drei Entscheidungen in Deutschland, Großbritannien und den USA im Juni werden ausschlaggebend dafür sein, welche grundsätzliche Richtung die Aktienmärkte hierzulande in den kommenden Monaten einschlagen werden. Je nachdem, welches Szenario Anleger für am wahrscheinlichsten erachten, sollten sie sich schon jetzt frühzeitig positionieren.

Auf ihrer Ratssitzung am 14. und 15. entscheiden die Notenbanker in den USA darüber, ob die Leitzinsen für die weltweit größte Volkswirtschaft erhöht werden. Am 21. Juni will das Bundesverfassungsgericht sein Urteil im Streit um das umstrittene Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank verkünden. Und zwei Tage später stimmen die Briten  über ein mögliches Ausscheiden aus der Europäischen Union ab. Schon jedes einzelne dieser Ereignisse hat das Zeug dazu, die aktuelle Seitwärtsphase an den Börsen dauerhaft zu beenden – erst Recht aber in ihrer Gesamtheit.

Anzeige

So ist es unzweifelhaft, dass etwa ein Votum im Vereinigten Königreich für einen „Brexit“ zu einem europaweiten Kurssturz führen dürfte – einzig was dessen Umfang angeht, sind sich Anlageexperten uneins.

Massive Reaktionen an den Börsen können auch die Karlsruher Richter auslösen: Anlass des Gerichtsverfahrens am BGH ist die umstrittene Ankündigung von EZB-Chef Mario Draghi von 2012, zur Beruhigung der Finanzmärkte notfalls unbegrenzt Anleihen aufzukaufen. Schon die Ankündigung dieser beispiellosen Maßnahme führte damals zu einem massiven Zinsrückgang bei Staatsanleihen aus der europäischen Peripherie und gilt als maßgeblicher Auslöser dafür, dass der damalige Ausverkauf an den Finanzmärkten gestoppt wurde.

Welche Folgen eine US-Leitzinserhöhung im Juni haben könnte, zeigt schließlich ein Blick auf die heftige Volatilität an den Kapitalmärkten weltweit, die vergangenen Dezember durch die damalige Zinsanhebung der Federal Reserve (Fed) ausgelöst worden war. Zumal anders als Ende vergangenen Jahres die meisten Investoren momentan den Worten der Zentralbanker misstrauen – und mehrheitlich keine weitere Straffung der Geldpolitik erwarten.

Die meisten Währungshüter waren laut der jüngst veröffentlichten Protokolle der geldpolitischen Sitzung vom April der Meinung, dass eine Straffung im Juni angebracht sein könnte. Die einzelnen Einschätzungen innerhalb der Fed darüber, ob die wirtschaftliche Entwicklung einen Zinsschritt rechtfertigt, gingen dabei aber weit auseinander.


Fed-Spekulationen bestimmen das Marktgeschehen in den USA

Der konjunkturelle Jahresauftakt in den USA ist gründlich ins Wasser gefallen. Gegenüber dem Vorquartal konnte die amerikanische Wirtschaft lediglich 0,1 Prozent zulegen. In den ersten sechs Wochen des zweiten Quartals haben sich jedoch viele wichtige Konjunkturdaten verbessert, so dass sich die Rezessionsangst vom Jahresanfang als unbegründet herausgestellt hat.

Aktuell wird nun wieder ausgiebig darüber diskutiert, ob und wann die Fed die Zinsen weiter anheben wird. Allerdings trägt die Notenbank selbst zur Anheizung dieser Diskussionen bei, indem sie in dem am vergangenen Mittwoch veröffentlichten Protokoll der letzten FOMC-Sitzung offensivere Töne in puncto Zinserhöhung von sich gibt. So könne man sich bereits eine Zinserhöhung im Juni vorstellen, falls sich die Wirtschaft im zweiten Quartal erhole, sich der Arbeitsmarkt weiter verbessere und die Inflationsrate in die Nähe der Zielmarke von zwei Prozent tendiere.

Seit Veröffentlichung des Protokolls ist die Markterwartung für eine Zinserhöhung im Juni oder Juli stark angestiegen. Insbesondere an den Aktienmärkten hat die veränderte Zinseinschätzung Spuren hinterlassen. So reagierten die meisten Aktienindizes rund um den Globus in den vergangenen Tagen mit Kursabschlägen auf das veränderte Zinsszenario. Aus volkswirtschaftlicher Sicht sollte man diese Entwicklung aber nicht dramatisieren. Zudem sollte man nicht vergessen, dass die US-Notenbank erst im März ihre Einschätzung von vier möglichen Zinserhöhungen in diesem Jahr auf zwei reduziert hat.

Von daher dürfte es ihr auch in erster Linie darum gehen, die Markterwartungen, die selbst jetzt immer noch nur eine Zinserhöhung einpreisen, stärker in Einklang mit ihrer eigenen Sichtweise zu bringen. Mehr als zwei Zinserhöhungen dürfte es in diesem Jahr jedoch nicht geben und auch der Juni-Termin ist noch alles andere als gesetzt. Denn zum einen kommt es eine Woche nach der FOMC-Sitzung zu der Brexit-Abstimmung in Großbritannien und das bisherige Agieren von Fed-Präsidentin Yellen spricht dafür, dass die Fed sich im Vorfeld eher vorsichtig verhalten und die Zinsen nicht anheben wird. Zum anderen ist nicht klar, ob bis Mitte Juni schon genügend Daten verfügbar sind, die eine Zinserhöhung vertretbar erscheinen lassen.


Wie das „Social-Trading“ funktioniert

Das „Social-Trading“ Musterdepot stellt eine Kombination aus dem Aktienkernportfolio mit aktuell 14 Einzeltiteln und einigen ausgewählten wikifolio-Zertifikaten von der innovativen Plattform wikifolio.com. Die Einzeltitelauswahl basiert auf einem Value-geprägten Investmentprozess, das heißt man investiert in unterbewertete Unternehmen mit einem guten Geschäftsmodell.

Bei der Selektion der wikifolios nehmen wir die Strategien der jeweiligen wikifolio-Manager unter die Lupe und versuchen eine bestimmte Diversifikation auf der Strategie-Ebene zu erreichen. Unter dem Strich ist unsere Anlagestrategie langfristig ausgerichtet, transaktionsarm und sieht eine permanent hohe Investitionsquote vor.

Im Hintergrund läuft jedoch ein Wertsicherungsmodell, welches normale Volatilitäten und Korrekturen zulässt und nur bei panikartigen Ereignissen, wie beispielsweise im Jahr 2008, eingreift. Unser Ziel ist eine durchschnittliche Outperformance gegenüber der Benchmark von zwei bis drei Prozent pro Jahr.   

Quelle:  Handelsblatt Online
Anzeige

Twitter

Facebook

Google+

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%