Musterdepots: Die Zeichen stehen auf Kaufen

Musterdepots: Die Zeichen stehen auf Kaufen

, aktualisiert 20. April 2016, 18:59 Uhr
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Alexander Kovalenko

Quelle:Handelsblatt Online

Bei Alexander Kovalenko sind wieder Kaufkurse angesagt und auch Daniel Hupfer und Georgios Kokologiannis trauen den Börsen in naher Zukunft steigende Kurse zu. Besonders US-Werte könnten bei Anlegern punkten.

DüsseldorfDer freundliche Verlauf der wichtigsten internationalen Aktienbörsen in den letzten Wochen und Tagen hat dazu geführt, dass unser Wertsicherungssystem vorgestern ein Kaufsignal generiert hat. Seit Ende Januar 2016 waren wir nach einem Absicherungssignal lediglich zu 50 Prozent investiert, nun gibt es eine Entwarnung.

Ein potentielles negatives Szenario, welches Stand Ende Januar durchaus wahrscheinlich war, ist nicht eingetreten. Viele wichtige Aktienindizes der Industrieländer haben faktisch seit Anfang des Jahres eine V-Bewegung absolviert. Für uns bedeutet dies vor allem ein nicht zu 100 Prozent ausgeschöpftes Performancepotential im Laufe der letzten drei Monate. Dies wird von uns jedoch als eine Versicherungsprämie betrachtet.

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Im ersten Schritt wurden gestern bis auf Anglo American alle Positionen im Aktienkernportfolio auf ihre neutralen Gewichtungen hochgefahren. Da wir neben Anglo American den Kauf eines weiteren Minenunternehmens in Betracht ziehen, wird die Position zwar erhöht, aber trotzdem etwas untergewichtet. In den nächsten Tagen werden wir auch das wikifolio-Teilportfolio ausbauen. Da zwei wikifolio-Positionen momentan unbesetzt sind, wird es neue Depotmitglieder geben, welche ausführlich präsentiert werden.


US-Unternehmen könnten Gewinnerwartungen übertreffen

Im Frühjahr und Sommer des letzten Jahres verzeichnete der handelsgewichtete US-Dollar eine Aufwertung von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert. Hintergrund der US-Dollar-Stärke war vor allem die Vermutung, dass die US-Notenbank die Zinsen in einem regelmäßigen Turnus erhöhen würde. Mittlerweile sind die Präsidentin der US-Notenbank, Frau Yellen, und ihre Kollegen aber deutlich zurückgerudert und betonen bei jeder Gelegenheit, dass sie nur eine moderate Straffung der Geldpolitik erwägen.

Statt der ursprünglich ins Auge gefassten vier Zinserhöhungen in diesem Jahr, sprach man zuletzt mehrheitlich nur noch von zwei Schritten. Dies hat dazu beigetragen, dass der US-Dollar mittlerweile unter seinem Vorjahreswert notiert und aus der starken Aufwertung eine leichte Abwertung geworden ist. Alles in allem sind wir von daher optimistisch, dass sich die derzeit zu beobachtende äußerst skeptische Erwartungshaltung hinsichtlich der Q1-Ergebnisse als übertrieben negativ herausstellen wird.

Aktuell wird für die Gewinne ein Minus von fast neun Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal erwartet; selbst unter Ausklammerung des Energiesektors verbleibt für die übrigen neun Branchen ein Minus von knapp drei Prozent. Allerdings ist es üblich, dass die Gewinnprognosen im Vorfeld einer jeden Berichtssaison nach unten geschraubt werden, sodass es dann für die Unternehmen vergleichsweise einfach ist, diese niedrigere Hürde zu überwinden. Im Durchschnitt der vergangenen acht Quartale lagen die tatsächlich Erträge um rund vier Prozentpunkte über dem Erwartungswert zu Beginn der Berichtssaison. In diesem Fall würde dies bedeuten, dass ein Minus für den gesamten S&P von rund fünf Prozent beziehungsweise ein kleines Plus ohne den Energiesektor erreicht werden könnte.


Warten auf das Allzeithoch der US-Börsen

Zum Wochenstart habe ich so wie zuvor mehrfach angekündigt, Reverse-Bonuszertifikate gekauft, die sich auf den S&P 500 beziehen (WKN: VS8B1F). Sie sollen dazu beitragen, das Handelsblatt-Musterdepot zu stabilisieren, falls die Nervosität an den Börsen in den USA wieder zunehmen sollte.

Die Papiere liefern bis Mitte Dezember dieses Jahres selbst dann knapp 16 Prozent Rendite, wenn der US-Aktienindex kaum noch zulegt – oder sogar fällt. Einzige Bedingung: Der S&P 500 darf zu keinem Zeitpunkt um knapp ein Zehntel steigen und die Marke von 2300 Punkten erreichen – sonst drohen Verluste. Sollten die Börsenindizes an der Wall Street in den kommenden Tagen ihre bisherigen Allzeithochs erneut erreichen, werde ich die neue Portfolioposition aufstocken.

Wichtig: Diese Absicherungsprodukte dienen lediglich als Ergänzung des bisherigen Portfolios. Nur in Kombination mit den anderen Bausteinen passen die Papiere zur auf Verlustvermeidung ausgerichteten Strategie. Denn falls der US-Aktienindex unerwartet stark weitersteigt und die Barriere bei 2300 Punkten knackt, können die Reverse-Bonuszertifikate separat betrachtet zum Minusgeschäft werden.

Das Musterdepot wird durch den Kauf auf ein Auseinanderlaufen der Kurse im Euro-Land und den USA ausgerichtet: Während ich auf Nachholpotenzial des hiesigen Marktes setze, profitiert das Portfolio andererseits auch, wenn den Bullen an der Wall Street die Luft ausgeht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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