Musterdepots: Discountzertifikate lohnen sich

Musterdepots: Discountzertifikate lohnen sich

, aktualisiert 31. März 2016, 17:15 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Unser Autor hatte sein Geld in Discountzertifikate der Deutschen Bank investiert, die jetzt zurückgezahlt wurden. Weil sich das Investment gelohnt hat, will er das Geld wieder in ein ähnliches Zertifikat stecken.

Die Discountzertifikate auf den S&P 500 (WKN: XM0PRG) haben ihr Laufzeitende erreicht und sind am Donnerstag von der Emittentin Deutsche Bank zurückgezahlt worden. Mit diesen defensiven Anlageprodukten hatte ich im vergangenen Juni mit einem 'Rabatt' von fünf Prozent in den Wall-Street-Index investiert und den Bestand später mehrfach aufgestockt.

 

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Ziel war es, mit Hilfe dieser speziellen Instrumente auch dann eine Rendite von umgerechnet mehr als sechs Prozent per annum zu erreichen, wenn die US-Börsen nur noch auf der Stelle treten. Genau das haben die Zertifikate erreicht: Während der S&P 500 nach kräftigem Auf-und-Ab zum Laufzeitende wieder auf dem Niveau vom Sommer 2015 notierte, hat die Zertifikate-Position ein Plus von über sieben erzielt.

Solche Produkte verbuchen stets geringere Verluste als der jeweilige Index oder die Einzelaktie, auf die sie sich beziehen. Im Gegenzug ist der maximal erreichbare Ertrag begrenzt. Mit den Dax-Discountern wären selbst im Optimalfall nicht mehr als neun Prozent per annum möglich gewesen.

 Das nun freiwerdende Kapital werde ich in den kommenden Tagen teilweise in ein ähnliches Discountzertifikat reinvestieren - voraussichtlich in eine Variante, die über eine Laufzeit bis Januar kommenden Jahres verfügt (WKN: PB32PD). Auch wenn die US-Börsen bis dahin unter dem Strich nur noch auf der Stelle treten, ermöglichen diese Papiere eine Rendite von rund sieben Prozent per annum.


Spanien verfehlt Verschuldungsziel

Wie der spanische Finanzminister heute in Madrid mitteilte, hat Spanien im vergangenen Jahr eine Nettoneuverschuldung von knapp 5,2 Prozent eingefahren und damit das von der EU vorgegebene Ziel von 4,2 Prozent deutlich verfehlt. Dafür wurden vor allem die Regierungen der einzelnen Regionen verantwortlich gemacht, diese hätten die Vorgaben nicht eingehalten.

Jedoch zeigt sich durch das erneute Verfehlen, dass die Lage in den europäischen Krisenländern längst nicht so stabil ist wie es scheint. Schon kleinere Verwerfungen an den Kapitalmärkten könnten die  Renditen von Anleihen der noch immer defizitären „Krisenländern“  wieder in die Höhe treiben, was auch die spanischen Aktienmärkte in die Knie zwingen würde.

Davon wären dann auch unsere spanischen Titel wie Iberdrola S.A. und ACS S.A. betroffen. Auch wenn wir diesem Szenario eine untergeordnete Wahrscheinlichkeit beimessen, sei angemerkt dass die Probleme  längst nicht gelöst sind, auch nicht durch einen „Nullzins“ seitens der Zentralbank.


Hochzinsanleihen wieder gefragt

Im Juni vergangenen Jahres haben wir mit dem iShares Euro High Yield Corporate Bond ETF ein Investment im Segment der Hochzinsanleihen getätigt. Hintergrund war unsere Erwartung, dass sich diese Anleihen aufgrund der höheren Renditeerwartung im Umfeld niedriger Zinsen gut entwickeln würden. Zudem sind die Ausfallraten im Bereich der Unternehmen mit geringer Bonität aufgrund der soliden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen derzeit sehr niedrig.

Die zuletzt hohe Volatilität an den Aktienmärkten sowie ausgeprägte Risikoaversion haben allerdings für kräftigen Gegenwind in diesem Segment gesorgt. So war der Fonds seit Kauf zwischenzeitlich kräftig ins Minus gerutscht. Die hohe Rendite von über 5 Prozent der im Fonds befindlichen Anleihen konnte diese Verluste allerdings etwas schmälern. Mit der Erholung an den Aktienmärkten waren Hochzinsanleihen allerdings wieder stark nachgefragt, so dass das Investment inklusive der Fondsauschüttungen wieder nahe dem Einstand liegt. Als Nebeneffekt der EZB-Politik rechnen wir in den kommenden Monaten mit weiteren Kursgewinnen im Bereich der Hochzinsanleihen.

 

Der ETF hält derzeit über 450 Anleihen und ist damit stark diversifiziert. Die zehn größten Positionen machen gerade einmal 9,5 Prozent des Fondsvolumens aus. Der Fokus liegt auf Unternehmen aus Italien, danach folgen Deutschland, Frankreich und Großbritannien. Die durchschnittliche Restlaufzeit der im Fonds gehaltenen Anleihen beträgt etwa 3,8 Jahre, der durchschnittliche Kupon liegt bei knapp über 5 Prozent.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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