Musterdepots: Doppeltes Ertragspotenzial bei Sprintzertifikaten

Musterdepots: Doppeltes Ertragspotenzial bei Sprintzertifikaten

, aktualisiert 14. Februar 2016, 15:19 Uhr
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Daniel Hupfer

Quelle:Handelsblatt Online

Investitionsquote aufgestockt im Handelsblatt-Depot, Investitionsquote leicht gesenkt im Social Trading Depot: Die jüngsten Einbrüche an den Börsen haben zu unterschiedlichen Reaktionen geführt.

Sinkende Rohstoffpreise – vor allem der Kollaps des Ölpreises –, konjunkturelle Schwächetendenzen in China und in anderen Schwellenländern sowie eine Reihe von enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA haben die globalen Aktienmärkte seit Anfang des Jahres 2016 enorm unter Druck gesetzt. Die stärksten Kursverluste weisen die Gewinnerbörsen des vergangenen Jahres auf, nämlich Indizes aus Japan und aus der Eurozone. Neben griechischen und italienischen Aktien ist vor allem der Dax unter die Räder gekommen. In den USA haben sich der Dow Jones und der S&P 500 etwas besser halten können, während die Technologiebörse Nasdaq ebenfalls starke Verluste aufweist. Für europäische Anleger kommt allerdings noch die Abwertung des US-Dollar gegenüber dem Euro von rund vier Prozent seit Jahresbeginn kursmindernd hinzu.

Auch in unserem Depot hat der Jahresstart 2016 deutliche Bremsspuren hinterlassen. Wir lassen uns aber von der aktuellen Volatilität nicht einschüchtern und bleiben unserer Anlagestrategie treu. In den nächsten Woche und Monaten wird es auch darauf ankommen, Opportunitäten wahrzunehmen.

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Etwas besser haben sich in den vergangenen Wochen die Schwellenländerbörsen gehalten, wenn man von China absieht. So fallen die Minuszeichen in Lateinamerika, Osteuropa und Asien etwas geringer aus, ganz vereinzelt gibt es sogar kleine Pluszeichen, wie in Thailand oder Indonesien. Für einen Einstieg in Schwellenländeraktien ist es noch zu früh, zuerst müssen sich die volkswirtschaftlichen Frühindikatoren weiter stabilisieren.


Social Trading-Depot setzt weiter auf Dividendenpapiere

Die Turbulenzen an den globalen Börsen lassen nicht nach. Am Donnerstag standen vor allem die europäischen Banken unter Druck. Der europäische Bankenindex verzeichnete den tiefsten Stand seit dreieinhalb Jahren. Nachdem unser Wertsicherungssystem am 21. Januar ein Verkaufssignal generiert hat, wurde im Musterdepot die Liquiditätsquote signifikant erhöht.

Der Vorteil unserer Vorgehensweise besteht darin, dass der Investitionsgrad ohne Emotionen und qualitativer Einschätzung durch das Wertsicherungssystem bestimmt wird. Sollten die Aktienindizes signifikant weiterfallen, sind selektive antizyklische Nachkäufe zwar möglich, das Portfolio wird aber erst nach einem Kaufsignal wieder voll investiert sein. Aufgrund der Trägheit des Wertsicherungssystems könnte es allerdings noch Wochen oder sogar Monate dauern, bis das Modell „Entwarnung“ gibt.

Trotz einem technischen Desinvestitionssignal, hat sich bei unserem langfristigen positiven Ausblick für die Anlageklasse nichts verändert. Nach wie vor sind wir fest davon überzeugt, dass die Dividendenpapiere ein unabdingbarer Teil jedes vernünftigen Altersvorsorgeplans sein sollen. Aus historischer Erfahrung sind wir dementsprechend zu 83 Prozent der Zeit voll investiert.

In der aktuellen Phase ist jedoch die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass Verluste möglich sind, die mit denen aus den Jahren 2008 oder 2000-2002 vergleichbar wären. Deswegen wurde die Investitionsquote reduziert, bleibt aber permanent über 50 Prozent. Dadurch möchten wir die herben Verluste von 50 Prozent und mehr vermeiden. Auf der anderen Seite ist es für uns unvorstellbar, komplett auf ein Aktienexposure zu verzichten.


Investitionsquote im Handelsblatt-Depot erhöht

Die jüngsten Einbrüche an den Börsen habe ich genutzt, um die Investitionsquote des Musterdepots erneut zu erhöhen. Gekauft habe ich Sprintzertifikate, die sich auf den S&P 500 beziehen (WKN: XM84AM).  Erholt sich der US-Aktienindex von seinem aktuellen Kursniveau bis Ende dieses Jahres, dann profitiert die neue Portfolioposition überproportional davon.

Kursgewinne des S&P 500 oberhalb der Marke von 1.800 Punkten bis zu einem Stand von 2.000 Zählern werden doppelt in Rendite für das Handelsblatt-Musterdepot umgemünzt. Der Clou: An Indexverlusten unterhalb der 1800er-Marke ist das Portfolio nicht gehebelt beteiligt. Im Gegenzug ist der maximal erreichbar Ertrag gedeckelt - auf insgesamt rund 18 Prozent. Zusätzliches Ertragspotenzial bietet jedoch eine Aufwertung des US-Dollars, da ich ganz bewusst eine Variante ohne Währungsabsicherung gewählt habe.

Finanziert wurden diese speziellen Anlagevehikel teilweise durch den Verkauf einiger Dax-Zertifikate, die ohnehin bald auslaufen (WKN: CR5J46).  Diese defensiveren Papiere haben seit der Depotaufnahme im vergangenen Juni deutlich weniger an Wert verloren als der deutsche Aktienindex.  Am Donnerstag erreichen die Discounter ihr Laufzeitende und werden eine Woche später automatisch von der Emittentin Commerzbank ans dir Käufer zurückgezahlt.

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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