Musterdepots: Eine echte Zinswende wird es nicht geben

Musterdepots: Eine echte Zinswende wird es nicht geben

, aktualisiert 30. März 2016, 16:54 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Nach den geldpolitischen Äußerungen von Janet Yellen rechnen viele Kapitalmarktprofis nur noch mit einem einzigen weiteren Zinsschritt. Unser Autor glaubt nicht daran, dass eine echte Zinswende bevorsteht.

Vier, zwei, eins, minus eins: Während die meisten Experten noch im Dezember vier Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed für 2016 vorhersagten, halbierten sie ihre Prognose in den vergangenen Wochen.

Und nach den jüngsten geldpolitischen Äußerungen von Janet Yellen am Dienstagabend rechnen viele Kapitalmarktprofis sogar nur noch mit einem einzigen weiteren Zinsschritt nach oben – wenn überhaupt.

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Hintergrund: Die Fed-Chefin rudert inzwischen zurück und signalisiert, dass eine weitere geldpolitische Straffung keinesfalls ausgemachte Sache sei. Mehr noch: Sie könne sich vorstellen, die Zinsanhebung vom Dezember unter Umständen wieder rückgängig zu machen.

Die oberste US-Notenbankerin machte klar, dass die Fed einen „erheblichen Spielraum“ für stimulierende Maßnahmen habe, falls dies notwendig werden sollte. Bereits Mitte März hatten die Währungshüter das Tempo aus ihrer im Dezember begonnenen Zinswende herausgenommen, eine Leitzinsanhebung im April aber nicht ausgeschlossen. Die ist nun vom Tisch.

Nach dem Startschuss zur vermeintlichen geldpolitischen Normalisierung in den USA habe ich an dieser Stelle mehrfach erläutert, dass es eine echte Zinswende nicht geben wird – und diese unter immer neuen Vorwänden am Ende bis zum Sanktnimmerleinstag aufgeschoben wird. In dieser Einschätzung fühle ich mich nun erneut bestätigt.


Investitionen in unterbewertete Unternehmen

Das „Social-Trading“ Musterdepot stellt eine Kombination aus dem Aktienkernportfolio mit Einzeltiteln und einigen ausgewählten wikifolio-Zertifikaten von der innovativen Plattform wikifolio.com. Die Einzeltitelauswahl basiert auf einem Value-geprägten Investmentprozess, das heißt man investiert in unterbewertete Unternehmen mit einem guten Geschäftsmodell.

Bei der Selektion der wikifolios nehmen wir die Strategien der jeweiligen wikifolio-Manager unter die Lupe und versuchen eine bestimmte Diversifikation auf der Strategie-Ebene zu erreichen. Unter dem Strich ist unsere Anlagestrategie langfristig ausgerichtet, transaktionsarm und sieht eine permanent hohe Investitionsquote vor.

Im Hintergrund läuft jedoch ein Wertsicherungsmodell, welches normale Volatilitäten und Korrekturen zulässt und nur bei panikartigen Ereignissen, wie bspw. im Jahr 2008, eingreift. Unser Ziel ist eine durchschnittliche Outperformance gegenüber der Benchmark von zwei bis drei Prozent pro Jahr.


EZB lässt viele Fragen offen

Die EZB hat auf ihrer letzten Sitzung beschlossen, dass Anleihekaufprogramm ab Ende des zweiten Quartals auf Unternehmensanleihen auszuweiten. Dabei ließ die EZB aber noch sehr viele Fragen offen. Bisher wurde nur bekannt, dass in Euro denominierte Anleihen von „Nicht-Banken“ mit Investmentgrade-Rating und Sitz in der Währungsunion gekauft werden, die unter den Sicherheitenrahmen des Eurosystems fallen. Das würde zum Beispiel bedeuten, dass Euro-Anleihen von US-Unternehmen, die in letzter Zeit aufgrund des Zinsunterschiedes verstärkt Anleihen emittiert haben, nicht in das Raster der EZB passen.

Genauso sollten Nachranganleihen vom Kaufprogramm ausgeschlossen sein, da diese nicht für Repo-Geschäfte herangezogen werden können. Wir gehen dennoch davon aus, dass sämtliche europäische Unternehmensanleihen profitieren werden, da Investoren auf der Suche nach Rendite auf andere Anleihesegmente ausweichen werden.

 

Eine Frage, die derzeit von der EZB noch nicht beantwortet wurde, ist die Höhe des Volumen, welches die EZB im Bereich der Unternehmensanleihen kaufen wird. Hier gehen wir davon aus, dass wie schon bei den Kaufprogrammen für Asset-Backed-Securities und Covered Bonds kein Zielvolumen vorgeben wird. Unter der Annahme, dass der bisherige Anteil der Staatsanleihen und supranationalen Anleihen am gesamten Kaufprogramm unverändert bleibt könnte man auf ein Volumen von 3 bis 5 Milliarden Euro schließen.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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