Musterdepots: Fed hat die Anleger nicht enttäuscht

Musterdepots: Fed hat die Anleger nicht enttäuscht

, aktualisiert 10. April 2016, 14:32 Uhr
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Daniel Hupfer

Quelle:Handelsblatt Online

Die am Mittwoch veröffentlichten Fed Protokolle haben Anlegern endlich Klarheit über die Politik der US-Notenbank verschafft, findet „Handelsblatt”-Autor Daniel Hupfer. Eine Zinserhöhung im April? Eher nicht.

DüsseldorfEnde vergangener Woche haben die Kapitalmarktteilnehmer ihr Augenmerk verstärkt auf die Veröffentlichung der Protokolle der letzten Notenbanksitzungen der US-Notenbank und der Europäischen Zentralbank gelegt. Sie erhofften sich Klarheit über die zukünftige Geldpolitik der Notenbanker. Und die Hoffnungen wurden auch nicht enttäuscht.

Aus dem Protokoll der US-Notenbank wird deutlich, dass zwar kontrovers über die Notenwendigkeit, Termine und Anzahl der Zinserhöhungsschritte diskutiert wurde, allerdings die Vorsicht im Offenmarktausschuss trotz der weiterhin guten Arbeitsmarktdaten in den USA doch überwiegt. Die aktuelle Inflationsentwicklung, die von einigen Marktteilnehmern schon als Begründung für schnellere und stärkere Zinsanhebungen herangezogen wurde, sei doch stark von sehr volatilen Komponenten geprägt und daher ein nachhaltiger Preisanstieg sehr unwahrscheinlich.

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Die Vorsicht der US-Notenbank begründet sich aber hauptsächlich darin, dass es weiterhin zahlreiche externe Gefahren für die Entwicklung der US-Wirtschaft gebe, die auch zu den Turbulenzen an den Kapitalmärkten zu Jahresbeginn geführt hätten. Auch die sich abschwächende Dynamik in der Entwicklung der Weltwirtschaft macht dem Offenmarktausschuss Sorgen. Das Protokoll zeigt eindeutig, dass eine nicht zu vernachlässigende Anzahl an Fed-Ökonomen sich gegen eine Zinserhöhung im April ausgesprochen hat.


Banken-Aktien – von Verschmähten zu Top-Gewinnern

Am Freitag zeigte sich einmal mehr wie eng das Auf und Ab an der Börse beieinander liegt. Wurden am Tag zuvor die Aktien der deutschen Banken noch aus den Depots geworfen, so zählten sie zum Wochenschluss zu den Top-Gewinnern, obwohl sich grundsätzlich nicht viel gerändert hat.

Bei den völlig verunsicherten Käufern von Bankaktien reichen schon kleine Nachrichten, um große Wirkung zu erzielen. Der sehr konjunktursensiblen Branche half es, dass die Furcht vor einer deutlichen Abkühlung der Konjunktur nachließ. Gerade die US-Notenbankchefin Janet Yellen trug zum Stimmungswandel bei, indem sie Fortschritte in der Konjunkturentwicklung der USA erkannte, gleichzeitig aber auch keine Anzeichen für den Aufbau einer Spekulationsblase erkennen kann.

Das half beispielsweise dem Kurs der Deutschen Bank, der zuletzt in Richtung eines neuen Tiefststandes gerutscht war. Auf eine Umkehr des Trends zu bauen und Bank-Aktien zu kaufen wäre allerdings unvorsichtig. Morgen kann die Stimmung schon wieder kippen.


Deutsche Exporte – überraschend stark gewachsen

Wie das statistische Bundesamt am Freitag mittelte, stiegen die deutschen Ausfuhren um 1,3 Prozent gegenüber dem Vormonat und damit so stark wie seit knapp einem halben Jahr nicht mehr. Dabei ist es bemerkenswert, dass der Zuwachs dreimal so stark ausfiel, wie von den meisten Volkswirten prognostiziert. Den größten Teil zu diesem satten Plus trugen dabei Länder der europäischen Union außerhalb der Euro-Zone bei, dorthin stieg der Export um 9,3 Prozent.

Die Ausfuhren in die Eurozone-Länder stiegen dagegen nur um 3,3 Prozent. Noch schwächer viel das Plus mit Ländern außerhalb Europas aus, dorthin stieg der Export nur um zwei Prozent. Dies ist vor allem auf die Abschwächung der asiatischen Konjunktur zurückzuführen.

Der allgemein schwächelnden Weltkonjunktur trägt nun auch die Welthandelsorganisation (WTO) Rechnung. Sie senkte ihre Prognose beim Welthandelswachstum für das laufende Jahr von 3,9 auf 2,8 Prozent. Deutschland wird zwar nach Meinung der Analysten seine Weltmarktanteile leicht ausbauen können. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass das Jahr 2016 herausfordernd wird. So sind beispielsweise die Bestellungen aus dem Ausland seit dem Sommer um sieben Prozent gefallen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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