Musterdepots: Hält der Franken den Krisen stand?

Musterdepots: Hält der Franken den Krisen stand?

, aktualisiert 17. März 2016, 20:40 Uhr
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Alexander Kovalenko

Quelle:Handelsblatt Online

Die Schweizerische Nationalbank hat den Leitzins auf Rekordtief belassen. Doch wie lange geht die Geldpolitik gut? Handelsblatt-Autor Alexander Kovalenko schließt eine weitere Zinssenkung nicht aus.

Die US-amerikanische Notenbank FED hat am Mittwoch den Leitzins erwartungsgemäß unverändert gelassen und sich eher schleierhaft zu zukünftigen Perspektiven einer weiteren Zinserhöhung geäußert. Im Herbst letzten Jahres haben wir eine Aussage getroffen, dass das von den Markteilnehmern und von den FED-Ausschuss Mitgliedern prognostizierte Zinsanhebungstempo uns als nicht plausibel hoch erscheint. Bisher hat sich dies auch bestätigt.

Die Schweizerische Nationalbank hat am Donnerstag den Leitzins ebenfalls nicht angehoben. Nun bleibt er auf dem historischen Tief von minus 0,75 Prozent. Nirgendswo ist das Geldparken für die Banken teurer als in der Schweiz. Darüber hinaus haben die Notenbanker der Alpenrepublik angekündigt, dass sie für weitere Eingriffe auf dem Devisenmarkt bereit stünden. Somit soll vermieden werden, dass der Schweizer Franken, der als Krisenwährung gilt, zu stark zum Euro aufwertet und somit die exportorientierte Wirtschaft schaden würde.

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Die Ökonomen gehen davon aus, dass die Schweizerische Nationalbank den Leitzins demnächst eher stabil hält. Eine potentielle signifikante Aufwertung zum Euro könnte jedoch die Notenbanker zu einer weiteren Zinssenkung bewegen.


US-Aktienkurse sind nicht gerechtfertigt

Sinkende Rohstoffpreise, insbesondere der Kollaps des Ölpreises, konjunkturelle Schwächetendenzen in China und in anderen Schwellenländern sowie eine Reihe von enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA haben die globalen Aktienmärkte seit Anfang des Jahres 2016 enorm unter Druck gesetzt. Die schwachen Konjunkturdaten lassen eine erhöhte Vorsicht gegenüber risikobehafteten Anlageklassen angezeigt erscheinen.

Insbesondere in den USA, wo die Bewertung der Aktienmärkte relativ hoch ist, wäre das aktuelle Kursniveau vieler Aktien bei einer rückläufigen wirtschaftlichen Entwicklung kaum noch zu rechtfertigen. Da wir aber keine wirtschaftliche Krise erwarten, gehen wir weiterhin davon aus, dass sich die Kurse im Jahresverlauf wieder erholen werden. Derzeit fehlen allerdings die Auslöser, die eine derartige Einschätzung konkret untermauern. Was fehlt, ist der finale Ausverkauf an den Märkten.

Trotz dieser vielfältigen Herausforderungen trauen wir regional gesehen europäischen Aktien auch in diesem Jahr die beste Wertentwicklung zu. Dabei gilt es aber im Blick zu behalten, dass europäische Aktien in der Vergangenheit auch wesentlich stärker schwankten als beispielsweise ihre US-Pendants.


Weitere Fed-Zinssenkungen? Zweifelhaft

So wie von den Marktteilnehmern erwartet, hat die US-Notenbank Fed am Mittwochabend zwar bekanntgegeben, dass die Leitzinsen in der größten Volkwirtschaft der Welt bis auf Weiteres unverändert bleiben. Überrascht haben dürfte viele allerdings, dass die Zentralbanker nun offenbar höchstens noch zwei Zinserhöhungen im laufenden Jahr anpeilen. Erst Ende 2015 hatten die Währungshüter um Fed-Chefin Janet Yellen für 2016 noch doppelt so viele Schritte in Aussicht gestellt.

Damit hat die US-Zentralbank für einen Schwächeanfall beim Dollar gesorgt: Im Gegenzug gewann der Euro an Wert im Verhältnis zur US-Währung und kostete am Donnerstag zeitweise wieder mehr als 1,13 Dollar. Da sich damit die exportaussichten der europäischen Unternehmen eintrüben, rutschten Dax & Co. gegen den Trend an der Wall Street ab.

Ich bin weiterhin davon überzeugt, dass Zweifel angebracht sind, ob es überhaupt noch zu einer weiteren geldpolitischen Straffung in den nächsten Monaten kommt. Die US-Notenbank verweist schließlich auf mögliche Auswirkungen von schwächerem Wachstum und Finanzmarktturbulenzen auf die amerikanische Wirtschaft. Im Klartext: Ohne ihre geldpolitischen Stützräder droht die Konjunktur vom Kurs abzukommen. Doch mit solch einer Argumentation lässt sich eine „echte“ Zinswende bis in den Sanktnimmerleinstag hinauszögern.

Quelle:  Handelsblatt Online
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