Musterdepots: Hoffnung auf weiter steigenden Ölpreis

Musterdepots: Hoffnung auf weiter steigenden Ölpreis

, aktualisiert 18. Mai 2016, 18:50 Uhr
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Daniel Hupfer

Quelle:Handelsblatt Online

Privatbank-Stratege Daniel Hupfer versteht sich als offensiver Anleger. Gemäß dieser Devise setzt er auf einen weiteren Aufschwung am Rohstoffmarkt – wohlwissend, dass die Ölpreis-Rally bereits in vollem Gange ist.

FrankfurtDer Ölpreis ist von seinem Mitte Februar erreichten Tiefpunkt bei rund 25 US-Dollar um fast 80 Prozent angestiegen. Diese Entwicklung ist vor allem darauf zurückzuführen, dass das globale Ölangebot erstmals seit dem Sommer 2013 langsamer wächst als die globale Nachfrage.

Während Länder wie Saudi-Arabien, Russland, der Irak und der Iran weiterhin mehr Öl als je zuvor fördern, hat der Ölpreisrückgang bei den amerikanischen Schieferölproduzenten deutliche Spuren hinterlassen: Hatten die USA bis zum Sommer vergangenen Jahres zu den größten Ölförderländern aufgeschlossen, ist ihre Produktion seitdem deutlich gesunken. Und dieser Trend hat sich bis zuletzt fortgesetzt – trotz der Erholung des Ölpreises.

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So ist die Anzahl der aktiven Bohrtürme, der sogenannte „Rig Count“, auf zuletzt 406 Einheiten gesunken; dies ist ein Minus von fast 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da wir davon ausgehen, dass sich an dieser Tendenz so schnell nichts ändern wird, könnte der Ölpreis weiter ansteigen. Von daher werden wir in unser Depot mit der norwegischen Statoil einen weiteren Ölwert aufnehmen.

Trotz des starken Preisanstiegs der vergangenen drei Monate liegt der Ölpreis immer noch um rund 25 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Von daher ist in den nächsten Monaten auch kein abrupter und starker Anstieg der Inflationsraten zu erwarten. Würde sich der Ölpreis auf dem jetzigen Niveau halten, wäre erst im Dezember 2016 das Vorjahresniveau wieder erreicht. Für die EZB ergibt sich somit auf absehbare Zeit noch kein Handlungsbedarf.


Spanien ist Wachstumsspitzenreiter unter den Euro-Volkswirtschaften

Anfang dieser Woche haben wir bereits über den starken Jahresauftakt geschrieben, der der deutschen Wirtschaft gelungen ist. Das Bruttosozialprodukt ist um 0,7 Prozent zum Vorquartal gestiegen, was über den Schätzungen der Ökonomen lag.

Heute werfen wir einen Blick darauf, wie die anderen großen Volkswirtschaften der Eurozone in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres abgeschnitten haben.

In Frankreich – der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone – hat die Steigerung der Wirtschaftsleistung von 0,5 Prozent die Prognosen ebenfalls übertroffen. Obwohl es mittlerweile leichte Wachstumssignale bei den Investitionstätigkeiten der Firmen gibt, war der private Konsum die tragende Säule der französischen Wirtschaft und hat um starke 1,2 Prozent zugelegt.

Das BIP-Wachstum in Italien ist mit 0,3 Prozent zum Vorquartal deutlich moderater ausgefallen. Nichtsdestoweniger bedeutet dies eine Entwarnung, denn nach einem guten Jahresstart verlief die zweite Hälfte des Jahres 2015 für die italienische Wirtschaft relativ schwach. Nun hat sich die Lage trotz einiger ungelöster Herausforderungen etwas aufgehellt.

Der unangefochtene Wachstumsspitzenreiter unter den großen Euro-Volkswirtschaften bleibt mit 0,8 Prozent Spanien. Aus der Jahressicht ist die spanische Wirtschaft um starke 3,4 Prozent gewachsen.


Ablenkungsmanöver der US-Notenbanker

Tut sie es oder tut sie es nicht? Das Verwirrspiel um die weitere Geldpolitik der US-Notenbank Fed geht in die nächste Runde – und macht den Aktienmärkten weltweit zu schaffen: Spekulationen auf eine baldige US-Zinserhöhung haben am Dienstag neue Nahrung erhalte, weil zwei führende US-Notenbanker zwei bis drei Zinserhöhungen im laufenden Jahr in Aussicht stellten.

Nun warten Investoren nervös auf die Veröffentlichung der Protokolle der jüngsten US-Notenbanksitzung am heutigen Mittwochabend. Von den Mitschriften erhoffen sie sich Hinweise darauf, ob die Fed schon im Juni den Schlüsselsatz anheben wird. Die Wahrscheinlichkeit für eine Leitzinsanhebung im September kletterte am Mittwoch laut Daten des Informationsdienstes Bloomberg auf 53 Prozent, verglichen mit 37 Prozent Anfang der Woche.

Ich bin dennoch weiterhin davon überzeugt, dass trotz aller Ablenkungsmanöver Fed-Chefin Janet Yellen mindestens bis zu den Präsidentschaftswahlen in den USA im November keine weiteren Zinsschritte wagen wird. Die Gefahr, dass daraufhin einbrechende Börsenkurse die US-Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen, ist zu groß. Yellen wird sich davor hüten, in dieser Gemengelage durch eine restriktivere Geldpolitik die Wahlchancen der Demokraten zu konterkarieren, denen sie ihr Amt zu verdanken hat.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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