Musterdepots: Kein Ölmarkt-Kompromiss in Sicht

Musterdepots: Kein Ölmarkt-Kompromiss in Sicht

, aktualisiert 18. April 2016, 18:54 Uhr
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Alexander Kovalenko

Quelle:Handelsblatt Online

Das Doha-Treffen hat nicht die ersehnte Fördermengenkürzung gebracht. Für Handelsblatt-Autor Alexander Kovalenko steht fest, dass Anleger sich auch weiterhin auf ein deutliches Öl-Überangebot einstellen müssen.

Das am Wochenende stattgefundene Treffen der größten Ölproduktionsländer in Katar hat keine Einigung über eine mögliche Begrenzung der Fördermengen gebracht. Vor allem Saudi Arabien stellte sich gegen Produktionskürzungen, solange der Iran sich einem potentiellen Abkommen nicht anschließen wird.

Der Iran hat wiederum am erwähnten Treffen in Katar gar nicht teilgenommen und generell in der letzten Zeit deutlich gemacht, dass sein primäres Ziel nach der Aufhebung der westlichen Sanktionen in der Wiedergewinnung der Marktanteile besteht. Am einfachsten wäre dies durch einen günstigen Preis zu erreichen. Grundsätzlich sind die großen Förderländer natürlich an einem möglichst hohen Ölpreis interessiert.

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Die existierenden politischen und wirtschaftlichen Interessenkonflikte sind allerdings so zahlreich und vielfältig, dass das Erreichen eines Kompromisses aus heutiger Sicht als sehr schwierig erscheint. Fakt ist, dass das vorhandene Überangebot erst mal bestehen bleibt. Der Ölpreis reagierte am Montag mit einem erheblichen Rückgang, die Volatilität an den Aktienmärkten ist ebenfalls etwas angesprungen.


Wohnungen in deutschen Städten bleiben begehrt

Der Bauboom für Wohnimmobilien in Deutschland ist ungebrochen. Wie die jüngst veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, wurden im Jahr 2015 309.000 Baugenehmigungen erteilt, 8,4 Prozent mehr als noch im Jahr 2014. Der im Jahr 2009 begonnene Trend setzt sich damit fort. Erstmals seit dem Jahr 2000 wurde die Marke von 300.000 genehmigten Wohnungen überschritten. Günstige Finanzierungsbedingungen und eine robuste Konjunktur sorgen dafür, dass der Wohnungsbau in Deutschland floriert.

Da die Europäische Zentralbank die Zinsen auf absehbare Zeit nicht anheben wird und zusätzlich die Bundesregierung und die Bundesländer darüber diskutieren, weitere Steueranreize für den Wohnungsbau zu gewähren, sprechen auch im Jahr 2016 alle Zeichen dafür, dass sich der Bauboom fortsetzen wird. Wir gehen aktuell nicht von einer Immobilienblase in Deutschland aus, da die kreditfinanzierte Wohnimmobilienfinanzierung zwar zugenommen hat, die Finanzierung im internationalen Vergleich jedoch aufgrund der hohen Eigenkapitalquote der Baufinanzierer deutlich konservativer ist.

Laut Monatsbericht der Deutschen Bundesbank stiegen die Immobilienpreise im Jahr 2015 um durchschnittlich 6,0 Prozent, 2014 hatte der Zuwachs 5,5 Prozent betragen. Diese Entwicklung ruft zunehmend Kritiker auf den Plan, die eine Immobilienpreisblase für Deutschland ausrufen. Tatsächlich für eine Blase könnte sprechen, dass die Preissteigerung nicht mehr nur die Großstädte betrifft, sondern zunehmend auch regional breiter gestreut ist. Außerdem hat 2015 das Volumen der Baukredite mit 3,5 Prozent noch einmal merklich zugelegt.

Gegen das Argument einer Immobilienblase spricht jedoch, dass zumindest in der mittleren und langen Frist die Preissteigerung für Wohnimmobilien in Deutschland eher gering ist. Im internationalen Vergleich sind die Preise für Wohnimmobilen seit 1990 (2000) um 157 Prozent (58 Prozent) gestiegen, während die Preise in Deutschland lediglich um 39 Prozent (23 Prozent) gestiegen sind. Betrachtet man jedoch die Entwicklung seit der Finanzkrise 2008, liegt Deutschland mit 16 Prozent deutlich über dem internationalen Mittelwert von minus zehn Prozent.       


US-Hausse scheitert an schmalen Unternehmensgewinnen

Anfang der Woche habe ich ein spezielles Anlageinstrument auf meine Beobachtungsliste gesetzt, das in schwierigen Marktphasen an der Wall Street interessant ist (WKN: VS8B1F): Das Reverse-Bonuzertifikat liefert bis Mitte Dezember dieses Jahres selbst dann über 14 Prozent Rendite, falls der Leitindex S&P 500 kaum noch von der Stelle kommt - oder sogar einbricht.

Gegen eine Fortsetzung der Hausse am US-Aktienmarkt spricht meiner Einschätzung nach vor allem die schwache Gewinnentwicklung der Unternehmen: Für das Gesamtjahr sagen Experten für die S&P 500-Unternehmen ein Gewinnwachstum von im Schnitt nur noch zwei Prozent voraus. Damit sind US-Aktien teuer: Gemessen an der Ertragsentwicklung in zwölf Monaten liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) mit knapp 17 deutlich über dem Durchschnittswert von 14,7.

Das Zertifikat ist nicht währungsgesichert, so dass eine Aufwertung des US-Dollars zusätzliche Rendite im Anlegerdepot generiert. Kaufen werde ich diese Reverse-Bonuszertifikate, falls der US-Aktienmarkt noch etwas weiter zulegt. Anders als ihre europäischen Pendants befinden sich die wichtigsten Indizes inzwischen wieder in Schlagdistanz zu ihren Allzeithochs vom vergangenen Jahr.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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