Musterdepots: Macht eine Schwalbe in den Staaten einen Sommer?

Musterdepots: Macht eine Schwalbe in den Staaten einen Sommer?

, aktualisiert 20. März 2016, 14:10 Uhr
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Daniel Hupfer

Quelle:Handelsblatt Online

Da die Fed den nächsten Zinsschritt wieder vertagt hat, lohnt sich zur besseren Prognose ein genauerer Blick auf die US-Wirtschaft. Depotstratege Daniel Hupfer nimmt sich die Zeit und fördert Interessantes zutage.

In den USA haben in der vergangenen Woche zwei der fünf wichtigsten Frühindikatoren im verarbeitenden Gewerbe für den Monat März einen überraschend starken Sprung nach oben vollzogen und damit den seit Anfang des Jahres 2015 bestehenden Abwärtstrend durchbrochen. Dies sind gute Nachrichten für die US-Wirtschaft, deren Dynamik vor allem aufgrund der schlechten Zahlen im verarbeitenden Gewerbe in den letzten Monaten ins Straucheln geraten ist.

Der letzte Woche veröffentlichte Philadelphia Fed Index stieg von minus 2,8 Punkten im Vormonat auf plus 12,4 Punkte. Der Stimmungsindikator liegt damit erstmals seit vergangenem August wieder über der Expansionsschwelle von null Punkten und auf einem ähnlichen Niveau wie zuletzt im Februar 2015. Nachdem bereits am vergangenen Dienstag der New Yorker Empire State Index von minus 16,6 auf plus 0,6 Punkte kräftig zugelegt hatte scheint es so, als ob zumindest im Nordosten der USA die Industrie wieder Tritt gefasst hat.

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Besonders kräftig stiegen in beiden Regionen die Subkomponenten für Neuaufträge und die Aussichten für die kommenden sechs Monate, was auch auf anhaltend gute Bedingungen hindeutet. Bevor am 1. April allerdings der ISM-Index, der die Geschäftsbedingungen im verarbeitenden Gewerbe für die gesamten USA misst, veröffentlicht wird, stehen in dieser Woche noch die Frühindikatoren der Chicago und der Richmond Fed und am 28. März der Index der Dallas Fed an.

Der durch die ölpreisinduzierten Probleme der Fracking-Industrie stark gebeutelte Südwesten der USA dürfte nach der Stabilisierung des Ölpreises in den letzten Wochen auch leichte Erholungstendenzen zeigen. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob die verbesserte Stimmung in der Industrie tatsächlich als Trendwende interpretiert werden kann, denn schließlich macht eine Schwalbe auch noch keinen Sommer.


Ölpreis bleibt ein Thriller

Wie das statistische Bundesamt am Freitag meldete, sanken die Erzeugerpreise in Deutschland im Februar 2016 im Vergleich zum Vorjahresmonat um drei Prozent und waren damit deutlich unter den Erwartungen der meisten Ökonomen. Die Börsen zeigten sich unbeeindruckt davon. Jedoch  fallen bei den veröffentlichten Zahlen, wie in den letzten Monaten häufig, vor allem die stark gesunkenen Energiepreise mit einem Rückgang von 9,4 Prozent seit Februar 2015 ins Gewicht.

Diese befinden sich aber seit Mitte Januar inzwischen in einer Erholung, so stieg der JPMCCI Energy TRI, ein bekannter Index im Energiesektor, seit seinem Tief bei 264,4 Punkten auf inzwischen 332 Punkte. Diese Erholung ist aber nicht auf eine gesteigerte Nachfrage der Industrie zurückzuführen, sondern viel mehr auf die Erwartung eines abnehmenden Ölangebots.

Spannend wird in dieser Hinsicht auch das Treffen der OPEC und Nicht-Teilnehmerländer am Sonntag in Russland. Dabei soll, nach inoffiziellen Angaben von einigen Teilnehmern, ein Einfrieren der Ölfördermengen auf dem Januarniveau so gut wie beschlossen sein. Von der erwähnten Erholung profitieren unsere Depotmitglieder aus dem Öl- und Gassektor: Eni und OMV.


Punktlandung mit Discounter-Produkten

Am Donnerstag erreichen die Discountzertifikate auf den S&P 500 ihr Laufzeitende und werden eine Woche später automatisch zurückgezahlt (WKN: XM0PRG). Mit diesen defensiven Anlageprodukten hatte ich im vergangenen Juni mit einem „Rabatt“ von fünf Prozent in den Wall-Street-Index investiert und den Bestand später mehrfach aufgestockt.

Ziel war es, mit Hilfe dieser speziellen Instrumente auch dann eine Rendite von umgerechnet mehr als sechs Prozent per annum zu erreichen, wenn die US-Börsen nur noch auf der Stelle treten. Genau das haben die Zertifikate erreicht: Während der S&P 500 nach kräftigem Auf-und-Ab wieder genau auf dem Niveau vom Sommer 2015 notiert, liegt die Zertifikate-Position knapp sieben im Plus.

Dieser Ertrag befindet sich genau in dem für das Musterdepot festgelegten Renditekorridor von sechs bis acht Prozent Gewinn pro Jahr. Demnächst werde ich das freiwerdende Kapital in ähnliche Produkte reinvestieren. Und auch diesmal wird ganz bewusst eine Discounter-Variante ohne Währungsabsicherung den Vorzug bekommen. Eine Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar wird dadurch eins zu eins in zusätzliche Rendite für das Portfolio umgemünzt.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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