Musterdepots: Nullwachstum bei Unternehmensgewinnen

Musterdepots: Nullwachstum bei Unternehmensgewinnen

, aktualisiert 24. Februar 2016, 17:52 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Experten von Axa Investment Managers haben schlechte Prognosen für Dividenden. Dennoch bieten sich Anlegern jetzt Chancen an der Börse. Nach den heftigen Kursrutschen könnte sich die Börse wieder erholen.

Frankfurt am MainAnleger sollten derzeit Aktien taktisch übergewichten – langfristig dagegen aber Vorsicht walten lassen und Dividendenpapiere untergewichten. Dazu raten jetzt die Strategen von Axa Investment Managers. Hintergrund: Die Experten des Vermögensverwalters haben ihre Prognose für das Weltwirtschaftswachstum in diesem Jahr von 3,1 auf 2,7 Prozent gesenkt und erwarten, dass das Wachstum der Unternehmensgewinne 2016 weltweit bei null Prozent liegen.

Kurzfristig aber hätten die Aktienmärkte auf die mäßige Konjunktur überreagiert und weltweit seit ihrem Höchststand 20 Prozent verloren. Auf derart schwache Entwicklungen folge meist eine Erholung um fünf bis zehn Prozent. Das sei bislang nur in einem von zwölf Fällen anders gewesen, nämlich im Januar 2008. Ich teile diese Einschätzung und habe das Musterportfolio auf eine zumindest vorübergehende Erholung an den Börsen ausgerichtet.

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Ein großer Teil des Depotkapitals ist in speziellen Anlageprodukten investiert, die überproportional davon profitieren, falls sich Europas Aktienmärkte von ihren jüngsten Rückschlägen erholen. Auch die Experten von Axa IM präferieren momentan den europäischen Markt: Im Euroraum sehen sie die Geschäftsentwicklung der Unternehmen im Vergleich zur globalen Situation deutlich optimistischer. Die Umsatz- und Gewinnindikatoren sprächen noch immer für fünf Prozent Wachstum. Nur die derzeitige Eurostärke dämpfe den Gewinnausblick.


Peugeot-Citroen ist zurück im Rennen

Der Peugeot-Citroen Konzern hat am Mittwoch die ersten Zahlen für das komplette Finanzjahr 2015 präsentiert. Nach einigen verlustbringenden Jahren haben die Franzosen laut Reuters-Informationen einen Nettogewinn von rund 1,2 Milliarden Euro erzielt, was ein klarer Erfolg ist. Der Turnaround wurde dank der massiven Einsparungen, der Preiserhöhungen sowie dem wieder wachsenden europäischen Automarkt möglich.

Der Umsatz konnte ebenfalls um sechs Prozent gesteigert werden. Die Autosparte des Konzerns erreichte eine relativ starke operative Rendite von etwa fünf Prozent, was deutlich über dem Niveau der europäischen Wettbewerber aus dem Massensegment – Fiat Chrysler oder der Kernmarke des Volkswagen Konzerns VW – liegt.

Somit übertrifft Peugeot seine eigene Planung: Das Erreichen der Fünf-Prozent-Marke war für den Zeitraum zwischen 2019 und 2023 vorgesehen. Unter dem Strich haben die Franzosen ein beeindruckendes Jahresergebnis gemeistert. Der Konzernchef Carlos Tavares brachte es in seinem Kommentar auf den Punkt: „Damit ist unsere Firma zurück im Rennen“.


Die Erholung dürfte nur temporär anhalten

Die Bewegungen an den internationalen Aktienmärkten bleiben derzeit unberechenbar. Nach einigen Tagen der Erholung kam es am gestrigen Tag wieder zu einem kräftigen Rücksetzer. So verlor der Dax über zwei Prozent an Wert, neue Nachrichten waren dabei Mangelware. Einzig die Aussagen des saudischen Ölministers, dass Ölproduktionssenkungen aktuell nicht auf der Tagesordnung stehen, sorgten für einen kräftigen Ölpreisrückgang und damit für einen erneuten Ausverkauf bei Rohstoff- und Ölaktien.

Im Gegenzug waren die sicheren Häfen wie Bundesanleihen, US-Treasuries und Gold wieder gesucht. Wir gehen aktuell nur von einer Unterbrechung der Aktienmarkterholung aus und bleiben daher zunächst unverändert positioniert. Die Erholungsphase dürfte insgesamt aber nur temporär sein, da die zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten weiterhin sehr schwach sind. Zwar rechnen wir nach wie vor nicht mit einer Rezession, der Grad dahin wird aber immer schmaler.

Die Zahlen von Airbus für das abgelaufene Jahr zeigen, dass der Flugzeughersteller nach wie vor auf Wachstumskurs ist. Unter dem Strich verdiente Airbus 2,7 Milliarden Euro und damit 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Zum ersten Mal sorgte der A380 für einen positiven Ergebnisbeitrag. Der Auftragsbestand legte ebenfalls kräftig zu und erreichte zuletzt einen Wert von gut 1 Billion Euro. Die Zukunftsaussichten des Unternehmens sehen damit weiterhin sehr gut aus.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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