Musterdepots: Rein oder raus aus Aktien

Musterdepots: Rein oder raus aus Aktien

, aktualisiert 17. Januar 2016, 15:33 Uhr
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Daniel Hupfer

Quelle:Handelsblatt Online

Ölpreisabsturz, China-Crash – und nun auch schwache US-Konjunkturdaten. Gute Gründe für eine Reduktion des Aktienanteils im Depot sind vielfältig. Was unsere Musterdepotstrategen zu einer Umschichtung sagen.

Wir haben gestern in unserem Depot die Aktienquote weiter reduziert. Aktuell beträgt diese nunmehr etwa 60 Prozent. Im Gegenzug haben wir die Liquidität auf etwa 20 Prozent weiter erhöht. Hintergrund ist die weiterhin hohe Unsicherheit an den Kapitalmärkten, die täglich durch neue negative Nachrichten unterstützt wird. Am Freitag waren es schwache Konjunkturdaten aus den USA, die die Aktienmärkte kräftig unter Druck gebracht haben.

So fiel der Empire State Manufacturing Index in den USA auf den niedrigsten Stand seit dem Jahr 2009 und deutet damit auf eine zunehmende Konjunkturschwäche hin. Wir rechnen nach wie vor nicht mit einem großen Knall an den Aktienmärkten, wollen derzeit aber die Portfoliorisiken etwas senken und zudem genügend Liquidität haben, um auf einem tieferen Niveau die Aktienquote wieder zu erhöhen.

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In der aktuellen Marktphase hält sich der von uns zuletzt erworbene Warburg-Multi-Smart-Beta relativ gegen den europäischen Aktienmarkt sehr gut. Der Fonds investiert in 100 europäische Aktien, die mit einem intelligenten Selektionsansatz ermittelt werden. Aktuell wird eine große Anzahl an britischen Aktien gehalten, vor allem von Unternehmen mit einer geringeren Marktkapitalisierung.


Ein Blick auf die Portfolios

Am Freitag standen die europäischen Aktienmärkte erneut unter massivem Druck. Nach dem durchgeführten Rebalancing sowie den Komplettverkäufen von Vivendi und „Kurschancen bei Turnaround-Kandidaten“-Wikifolio hat sich beim Musterdepot ein Cash-Bestand von rund 20 Prozent des Gesamtvermögens gebildet. Die implizite Liquiditätsquote liegt sogar etwas höher, denn drei von vier unserer Ziel-wikifolios weisen signifikante Cash-Quoten auf.

So hält Sebastian Reese bei seinem „SR wisdom capital spekulativ“-Wikifolio aktuell 60 Prozent Liquidität. Die Wertentwicklung dieses Produktes war im vergangenen Jahr zwar leicht negativ, aus der Diversifikationssicht hat das Wikifolio aber aufgrund einer relativ niedrigen Korrelation mit dem Restportfolio einen wichtigen Beitrag geleistet.

Das „USD-Opportunities“-Wikifolio und das „ETF-Werte des ICAX“-Wikifolio weisen derzeit eine Liquiditätsquote zwischen 17 und 20 Prozent auf. Nur das „Dividende und Eigenkapital Deutschland“-Wikifolio von Holger Degener bleibt voll investiert. Gleichzeitig ist dieses Wikifolio traditionell sehr breit diversifiziert.  Dank dieser Tatsache konnte bisher der maximale Verlust auf einem relativ moderaten Niveau gehalten werden. Auf das Liquiditätsmanagement der  Ziel-Wikifolios haben wir keinen Einfluss.

Während Berufsoptimisten selbst beim Dax-Allzeithoch von fast 12.400 Punkten im April vergangenen Jahres die Anleger noch zum Börseneinstieg gedrängt haben, wurde an dieser Stelle immer wieder vor der massiven Überbewertung gewarnt.

Anders als es das Dauermantra der Finanzindustrie behauptete, seien Aktien keinesfalls „alternativlos“ - und Dividenden alles andere als „der neue Zins“, habe ich in den vergangenen Monaten und Jahren wiederholt geschrieben. Klar sollte man seinem Portfolio auch Aktien beimischen, aber nicht zu jedem Preis.

Nach den jüngsten Einbrüchen sind sowohl an der Wall Street als auch an Europas Aktienmärkten die Gewinne der vergangenen beiden Jahre ausgelöscht – inklusive Dividendenerträge. Der Dax etwa notiert inzwischen wieder auf den Niveau von Dezember 2013. Zwei verlorene Börsenjahre für diejenigen, die sich beispielsweise einfach nur Indexfonds (ETFs) ins Depot gelegt haben und dachten durch „Kaufen und Halten“ Geld verdienen zu können.

Inzwischen haben die Notierungen wieder fundamental rechtfertigbare Niveaus erreicht. Die jüngsten Kurseinbrüche am Aktienmarkt habe ich daher erneut genutzt, um die Investitionsquote des Musterdepots zu erhöhen. Mittlerweile notieren die wichtigsten Börsenbarometer auf dem Stand von Ende 2013. Zugekauft wurden Sprintzertifikate, die sich auf den Euro Stoxx 50 beziehen (WKN: CW7CXY).

Erholt sich der Euroland-Leitindex bis September von seinem aktuellen Niveau aus, profitieren die zugekauften Hebelpapiere überproportional davon: Zwischen 3.100 und 3.400 Zählern münzen sie Kursgewinne doppelt in Depotrendite um. Im Gegenzug für die überproportionalen Ertragschancen innerhalb der Kursspanne wird das Portfolio bei einem Euro-Stoxx-Anstieg über 3.400 Punkte nicht an weiteren Gewinnen beteiligt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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