Musterdepots: Warum Europas Städte gut fürs Portfolio ist

Musterdepots: Warum Europas Städte gut fürs Portfolio ist

, aktualisiert 11. Mai 2016, 19:29 Uhr
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Daniel Hupfer

Quelle:Handelsblatt Online

Zwei Konzerne halten die „Handelsblatt”-Autoren für vielversprechend: Hochtief und die Immobilien-Investementgesellschaft Klepierre. Hochtief profitiert von einer neuen Strategie, Klepierre von Verstädterung.

Wir haben gestern mit der französischen Klepierre einen weiteren Titel in unser Portfolio aufgenommen. Klepierre ist ein Real Estate Investment Trust (REIT) und einer der größten Shoppingcenter-Betreiber europaweit. Das Unternehmen betreibt insgesamt circa 180 Shoppingcenter in 16 kontinentaleuropäischen Ländern. Der größte Umsatzanteil entfällt mit einem guten Drittel auf Frankreich und Belgien, gefolgt von Italien und Skandinavien.

Klepierre profitiert von einer sich erholenden Konjunktur, welche sich positiv auf die Umsätze der Shoppingcenter, und somit auf das Mietwachstumspotenzial auswirkt. So konnte das Unternehmen im ersten Quartal ein solides Wachstum der Einzelhandelsumsätze von 2,9 Prozent berichten, welche vor allem auf der iberischen Halbinsel und in Italien zu verzeichnen waren. Das Unternehmen selbst konnte einen Umsatzzuwachs von 0,8 Prozent im ersten Quartal verbuchen, und der Jahresausblick für 2016 wurde bestätigt.

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Klepierre profitiert grundsätzlich von einer zunehmenden europaweiten Urbanisierung, welche sich bereits in Einkaufszentren in Paris und London positiv bemerkbar gemacht hat. Die Shoppingcenter des Unternehmens befinden sich generell in sogenannten „Growth Regions“. Durch günstige Verkehrsanbindungen und wachsende Städte sollten diese Standorte demnach überproportional profitieren. Im letzten Jahr hat Klepierre das niederländische Unternehmen Corio für 4,2 Milliarden Euro übernommen. Nach eigener Aussage läuft die Integration schneller als erwartet und soll bis Ende 2016 Kosteneinsparungen von 67 Millionen Euro erbringen.


Strategiewechsel zahlt sich für Hochtief aus

Der größte deutsche Baukonzern Hochtief bleibt auf Erfolgskurs. Am Mittwoch hat das Unternehmen sehr gute Quartalszahlen vorgestellt. Der adjustierte operative Gewinn ist um 19 Prozent gestiegen. Das Wachstum bei den Auftragseingängen betrug mehr als 30 Prozent.

Aufgrund der operativen Erfolge der letzten Jahre kann der Konzern-Chef Marcelino Fernandez Verdes verstärkt auf das Wachstum setzen. Auf der Hauptversammlung in Essen hat er angekündigt, dass Hochtief auf der Such nach Übernahmekandidaten sei. Der Spanier ist seit Ende 2012 Konzernchef bei Hochtief und hat am Anfang das Unternehmen kräftig umgebaut und auf die Profitabilität getrimmt. Den Schwerpunkt seiner Strategie stellt eine Fokussierung auf das klassische Baugeschäft dar. Diverse Beteiligungen, wie zum Beispiel Flughäfen oder Immobilienunternehmen, wurden komplett verkauft.

Der Strategiewechsel zahlt sich nun aus: Die operativen Ergebnisse und der Börsenkurs der Hochtief-Aktie entwickeln sich äußerst positiv. Der Hochtief-Konzern gehört zu zwei Drittel dem spanischen Baukonzern ACS, der von seiner Beteiligung nun stark profitiert. Die ACS-Aktie befindet sich seit Auflage des Musterdepots im Aktienkernportfolio.


Europas Börsen haben viel Aufholpotenzial

Der Vergleich der Zwölf-Monats-Charts aus den USA mit denen aus Europa zeigt einen deutlichen Unterschied: Der S&P 500 hat kaum verloren und liegt wenige Prozentpunkte unter seinem Allzeithoch von 2109 Punkten. Das hat er Anfang November 2015 erreicht. Der Euro Stoxx 50 hat hingegen - ähnlich wie der Dax - seitdem mehr als 17 Prozent eingebüßt.

Vor allem im kurzfristigen Bereich von knapp zwei Monaten zeigt sich eine gegensätzliche Entwicklung. Seite Mitte März zeigt der amerikanische Auswahlindex eine Seitwärtsentwicklung und ist um mehr drei Prozent gestiegen. Das europäische Börsenbarometer hingegen schwankt heftig und verlor zwischenzeitlich mehr als sechs Prozent. Nach einer zwischenzeitlichen Aufholjagd, bei der der Index wieder um acht Prozente stieg, liegt der Euro Stoxx 50 gegenüber dem S&P 500 seit Mitte März wieder sechs Prozent im Minus.

Auf dieses Aufholpotenzial des europäischen Börsenbarometers setze ich bei meiner Depotstrategie. Zwei Drittel der Summe meines Musterdepots sind in Sprintzertifikate investiert. Diese Hebelprodukte verdoppeln (WKN: CW7CXY) oder verdreifachen (DZT7FY) einen Anstieg des Euro Stoxx 50 ab 3100 Punkten. Beim S & P 500 hingegen setze ich auf eine Seitwärtsbewegung.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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