Musterdepots: Was Unternehmensgewinne Anlegern verraten

Musterdepots: Was Unternehmensgewinne Anlegern verraten

, aktualisiert 17. April 2016, 14:23 Uhr
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Daniel Hupfer

Quelle:Handelsblatt Online

Die US-Bilanzsaison ist im vollen Gange. Da lohnt sich ein Blick auf die Unternehmensgewinne, meint „Handelsblatt”-Autor Daniel Hupfer. Was Anleger aus ihnen lesen können.

Die Entwicklung der Unternehmensgewinne ist zumindest mittel- bis langfristig der wohl wichtigste singuläre Einflussfaktor für die Kurse börsennotierter Unternehmen. Da die Ertragslage der Unternehmen vor allem vom wirtschaftlichen Umfeld, in dem sich das Unternehmen bewegt, beeinflusst wird, liegt es nahe, dass versucht wird, aus den makroökonomischen Tendenzen Schlussfolgerungen für die Unternehmensgewinne zu ziehen.

Da die Konjunkturentwicklung in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 alles andere als verheißungsvoll verlief, ist es auch nicht verwunderlich, dass sich dies in verhaltenen Gewinnprognosen der Unternehmensanalysten widerspiegelt.

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Dass sich die Weltleitbörse, der US-amerikanische S&P 500, seit gut einem Jahr seitwärts bewegt und die Marke von 2.000 Punkten bislang nicht nachhaltig überwinden konnte, hat auch sehr viel damit zu tun, dass die Unternehmensgewinne seitdem auf der Stelle treten. 

Dies lässt sich insbesondere an den rollierenden Gewinnerwartungen für die nächsten zwölf Monate erkennen, die seit Anfang 2015 um den Wert von rund 125 Indexpunkten schwanken. Seit dem 2. Quartal 2015 befinden sich die Firmengewinne sogar im Rückwärtsgang. Gegenüber dem Vorjahresquartal sind sie jeweils leicht gesunken, sodass von einer sogenannten Gewinnrezession gesprochen wird.

Die Abwärtstendenz wird, sofern die Unternehmensanalysten mit ihren Schätzungen recht behalten, im 1. Quartal 2016, also mit der aktuellen Berichtssaison, ihren Höhepunkt erreichen und spätestens im 3. Quartal 2016 beendet sein, sofern es nicht in der Zwischenzeit zu neuen makroökonomischen Schocks kommt.


Europas Automarkt: Vorkrisenniveau in Sicht

Der europäische Automobilmarkt ist im März um 5,7 Prozent weiter gewachsen. Die Steigerungsrate hat im Vergleich zu den letzten Monaten etwas nachgelassen, dies ist jedoch zum Teil auf die Osterferien zurückzuführen, die in diesem Jahr bereits im März waren. Somit legte der europäische Automarkt den 31. Monat in Folge zu.

Die Vorkrisenniveaus von 2007 sind nun in erreichbarer Nähe. Die höchsten Wachstumsraten verzeichneten Italien mit über 17 Prozent sowie Frankreich mit etwa 7,5 Prozent. In Deutschland waren die Neuzulassungen dagegen leicht rückläufig. Vom positiven Trend konnten vor allem die deutschen Premiumhersteller profitieren.

Die Wachstumsraten von BMW und Daimler erreichten den zweistelligen Bereich. Der Volkswagen Konzern legte auch leicht zu, die Kernmarke VW konnte allerdings weniger Fahrzeuge absetzen als vor einem Jahr. Dies kommt der Konkurrenz aus dem Massensegment zugute. Vor allem Opel und Peugeot konnten ihre Absatzzahlen um 6,4 bzw. um zwei Prozent steigern. Die Aktie des Peugeot Citroen Konzerns befindet sich Musterdepotauflage in unserem Aktienkernportfolio und stellt eine spannende Turnaround-Story dar.           


Absicherungsprodukt auf Beobachtung

Auf meine Beobachtungsliste setze ich ein Reverse-Bonuszertifikat, das sich auf den S&P 500 bezieht (WKN: VS8B1F). Dieses spezielle Absicherungsprodukt liefert bis Mitte Dezember dieses Jahres selbst dann über 14 Prozent Rendite, falls der US-Aktienindex kaum noch von der Stelle kommt – oder sogar stark zurückfällt. Einzige Bedingung: Der S&P 500 darf bis dahin zu keinem Zeitpunkt um rund ein Zehntel zulegen und die Marke von 2300 Punkten erreichen – sonst drohen deutliche Verluste.

Während der Laufzeit entwickeln sich die Zertifikate tendenziell spiegelverkehrt zur Wall Street. Der US-Aktienmarkt  dürfte sein Aufwärtspotenzial weitgehend ausgeschöpft haben. Laut einer Umfrage des Informationsdienstes Reuters prognostizieren Analysten im Schnitt einen Jahresendstand von etwa 2100 Punkten beim S&P 500 – und damit nur minimal über seinem aktuellen Niveau.

Das Zertifikat ist nicht währungsgesichert, so dass eine Aufwertung des US-Dollars zusätzliche Rendite im Anlegerdepot generiert. Kaufen werde ich diese Reverse-Bonuszertifikate, falls der US-Aktienmarkt noch etwas weiter zulegt. Anders als ihre europäischen Pendants befinden sich die wichtigsten Indizes inzwischen wieder in Schlagweite zu ihren Allzeithochs vom vergangenen Jahr.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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