Musterdepots: Welche Anlage auch bei fallenden Kursen Nerven schont

Musterdepots: Welche Anlage auch bei fallenden Kursen Nerven schont

, aktualisiert 26. Januar 2016, 19:46 Uhr
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Georgios Kokologiannis

Quelle:Handelsblatt Online

Seit Jahresbeginn haben die internationalen Finanzmärkte teils starke Verluste eingefahren. So manche Börse stagniert gar auf dem Niveau von 2013. Mit der richtigen Anlage können Sie dennoch attraktive Renditen erzielen.

Es ist die Abneigung gegen extreme Wertschwankungen des investierten Vermögens, die viele Privatanleger davon abhält, Geld jenseits von Sparbüchern und Festgeldkonten anzulegen. Mit dem Musterdepot möchte ich aufzeigen, dass eine attraktive Rendite nicht im Widerspruch steht zu einer nervenschonenden Wertentwicklung des Ersparten. Dazu nutze ich aktives Depotmanagement und den Einsatz spezieller Anlageinstrumente. Denn mit einer 'Kaufen-und-Halten'-Strategie lassen sich nach mehr als sechseinhalb Jahren Aktienhausse an den Börsen der Industrieländer kaum noch Erträge erreichen.

Das zeigt etwa der Blick auf den hiesigen Markt: Bereits im Januar hat etwa der Dax nicht nur seinen knapp zehnprozentigen Wertzuwachs aus 2015 vollständig eingebüßt, sondern auch das komplette Plus des Vorjahres. Bis auf 9314 Punkte ist der deutsche Leitindex zwischenzeitlich eingebrochen – rund ein Viertel unter sein bisheriges Allzeithoch bei 12.391 Zählern vom vergangenen Frühjahr. Auch in den USA sieht es nicht besser aus. Dort treten die Kurse an der Wall Street im Schnitt sogar schon seit Ende 2013 nur noch auf der Stelle.

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Wegen des hohen Anteils an speziellen Anlagezertifikaten, die sich asymmetrisch zum Aktienmarkt entwickelten, lässt sich das Risikoprofil des Handelsblatt-Depot derzeit wie folgt skizzieren: Rutschen die Börsenkurse weiter ab, partizipiert das Portfolio nur zu rund 75 Prozent an diesen Verlusten. Legen die Notierungen dagegen um bis zu einem Zehntel zu, liegt die Beteiligung daran deutlich höher – bei mehr als 160 Prozent. Im Gegenzug sei der Maximalgewinn begrenzt.


Warum Kingfisher besser ist als sein Kurs

In den vergangenen Tagen haben wir ausführlich über das Verkaufssignal unseres Wertsicherungssystems geschrieben. Dieses Ereignis hat dazu geführt, dass im Rahmen des Musterdepots ein signifikanter Liquiditätsbestand aufgebaut wurde. Trotz einer gesunkenen Investitionsquote konzentrieren wir uns selbstverständlich nach wie vor auf die Einzelaktienanalyse.

Zwei Titel aus dem Einzelhandelssektor – Kesko und Kingfisher – entwickelten sich in den letzten Tagen sehr unterschiedlich: Während das zweigrößte finnische Einzelhandelsunternehmen Kesko trotz der Marktturbulenzen ein stabiles Kurswachstum aufweist, musste der größte europäische Baumarktbetreiber Kingfisher deutliche Kursverluste hinnehmen.

Grundsätzlich haben beide Unternehmen gute operative Zahlen gemeldet. Kingfisher hat allerdings gleichzeitig ein kostenintensives Gewinnsteigerungsprogramm angekündigt, welches das operative Ergebnis bis 2021 mehr als verdoppeln sollte. Da dies gleichzeitig erhebliche Investitionen verlangt und zwischenzeitliche Ergebnisse merklich belasten wird, geriet die Aktie in die Ungunst der Anleger. Wir teilen diese Skepsis nicht und finden das Programm langfristig vielversprechend.  


Wirtschaft in Schwellenländern stabilisiert sich

Die Risiken für die globale Konjunktur haben in den vergangenen Wochen etwas zugenommen. Diesbezüglich teilen wir die neue Einschätzung des Internationalen Währungsfonds. Unsere Erwartung für das Weltwirtschaftswachstum ist mit 3,2 Prozent für das Jahr 2016 sogar noch etwas vorsichtiger. Alles in allem würde die Weltwirtschaftsleistung damit allerdings genauso stark wie 2015 wachsen.

Eine konjunkturelle Delle oder sogar eine neue Rezession, für die das Weltwirtschaftswachstum unter 2,5 Prozent fallen müsste, ist demnach allerdings nicht zu erwarten. Darüber hinaus hat sich die wirtschaftliche Situation gerade in den Schwellenländern in den vergangenen Monaten von sehr niedrigen Niveaus aus erstmals seit langem etwas stabilisiert. Ob es sich dabei um eine nachhaltige Entwicklung handelt ist noch nicht absehbar. Dennoch ist es denkbar, dass der Druck etwa aus Brasilien und Russland, die 2015 tief in der Rezession steckten, abnimmt. Und auch in China besteht die Möglichkeit, dass die lockerere Geld- und Fiskalpolitik allmählich Wirkung zeigt, und die Wachstumsraten nicht so deutlich zurückgehen, wie es von einigen am Markt befürchtet wird.

Größere Fragezeichen gibt es dagegen in Bezug auf die US-Konjunktur, bei der die Abschwächung aus dem verarbeitenden Gewerbe anzuhalten scheint. Dies birgt latent das Risiko, dass die Schwäche auch auf den Arbeitsmarkt, den Dienstleistungssektor und den Konsum übergreift. Bislang gibt es dafür jedoch noch wenige Anzeichen, und wir rechnen weiterhin mit einem realen Zuwachs der US-Wirtschaft von um die 2 Prozent.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quellle:  Handelsblatt Online
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