Musterdepots: Wer wagt, gewinnt

Musterdepots: Wer wagt, gewinnt

, aktualisiert 21. März 2016, 20:08 Uhr
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Daniel Hupfer

Quelle:Handelsblatt Online

Depotstratege Daniel Hupfer setzt auf Unternehmensanleihen, Social-Trader Alexander Kovalenko profitiert von guter Managementleistung und Georgios Kokologiannis weiß, wie Anleger ihre Nerven schonen können.

Die europäische Zentralbank hat am 10. März ihr Anleiheaufkaufprogramms weiter ausgeweitet und erwirbt nun Anleihen im Wert von 80 Milliarden Euro pro Monat und damit 20 Milliarden Euro mehr als zuletzt. Zudem berücksichtigt sie nun auch das Segment der Unternehmensanleihen; bisher wurden europäische Staatsanleihen und Pfandbriefe angekauft.

Vor diesem Hintergrund sind die Kurse europäischer Unternehmensanleihen kräftig gestiegen und die Handelbarkeit ist mittlerweile nur stark eingeschränkt möglich. Die Nachfrage nach Neuemissionen ist entsprechend deutlich in die Höhe geschnellt. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie sich noch günstiger über den Kapitalmarkt refinanzieren können.

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Aus Investorensicht dagegen sind die Ertragsmöglichkeiten nun noch geringer, als sie es ohnehin schon waren. Wir haben uns gestern an der Neuemission der Heidelberg-Cement-Anleihe beteiligt und rechnen mit einem ordentlichen Zeichnungsgewinn aufgrund der hohen Nachfrage.

Aufgrund des Baubooms dies- und jenseits des Atlantiks entwickelt sich das operative Geschäft von Heidelberg Cement sehr gut. So erzielte das Unternehmen in den vergangenen Jahren kräftige Umsatz- und Gewinnsteigerungen. Wachstumstreiber waren dabei vor allem die Regionen Europa und USA, während sich das Geschäft in den Emerging Markets zuletzt weniger gut entwickelt hat. Die neu begebene Anleihe hat eine Laufzeit bis März 2023 und einen Kupon von etwa 2,0 bis 2,25 Prozent. Damit liegt die Rendite deutlich über der von vergleichbaren Anleihen von Dax-Unternehmen, allerdings liegt das Rating des Zementherstellers mit BB+ auch unterhalb des Investmentgrade.


Starke Managementleistung

Bei den sich im Musterdepots befindlichen Ziel-Wikifolios wurden von den jeweiligen Portfoliomanagern in den letzten Tagen einige Transaktionen durchgeführt. So hat Holger Degener bei seinem „Dividende und Eigenkapital Deutschland“-Wikifolio diverse Teil- beziehungsweise Komplettverkäufe getätigt und dabei Gewinne zwischen 0,5 und 78 Prozent realisiert. Das Wikifolio von Herrn Degener gehört mit rund fünf Millionen Investitionsvolumen zu den volumenstärksten Produkten auf der innovativen Social Trading Plattform wikifolio.com.

Die Popularität bei den Anlegern ist auf eine starke Portfoliomanagementleistung zurückzuführen: Seit Auflage im Juni 2012 weist das Wikifolio eine Performance von etwa 135 Prozent auf. Seit der Aufnahme in unser Musterdepot betrug die Wertsteigerung circa 35 Prozent. Solide 28 Prozent Performance seit Aufnahme ins Musterdepot verzeichnet ein weiteres Ziel-Wikifolio – „ETF-Werte des ICAX“ von Uwe Freier.

Herr Freier spezialisiert sich auf Investitionen in Unternehmen der Internet-Content-Branche und hat Ende vergangener Woche ein leichtes Rebalancing seines Portfolios unternommen. Bei unserem dritten Ziel-Wikifolio – „SR wisdom capital spekulativ“ – behält der Portfoliomanager Sebastian Reese eine defensive Aufstellung mit rund 90 Prozent Liquidität bei.


Mit Zertifikaten nervenschonend anlegen

Das Musterdepot ist ausschließlich in Anlagezertifikaten investiert. Das liegt daran, dass ich seit Auflegung des Portfolios vor mehr als zwei Jahren von einer volatilen Seitwärtsbewegung an den Aktienmärkten ausgegangen bin. In solchen Zeiten spielen diese Finanzinstrumente ihre Stärken aus: Es gibt Varianten, die Rendite generieren bei stark steigendem, seitwärts laufenden und sogar fallender Notierung des Basiswertes, auf denen sie sich beziehen.

Anlagezertifikate sind technisch betrachtet nichts anderes als spezielle Schuldverschreibungen von Banken. Im Unterschied zu herkömmlichen Bankanleihen erhält der Investor allerdings normalerweise keine Zinskupons für sein Engagement. Dafür aber die Chance auf eine Rückzahlung, die höher ausfällt als der Nennwert zum Emissionszeitpunkt. Dabei spielt der gewählte Basiswert zwar eine Schlüsselrolle. Denn der Wert eines Zertifikats leitet sich von seinem Basiswert ab, daher zählen die Produkte zu den sogenannten derivativen Wertpapieren. Doch wie die künftige Entwicklung des Basiswerts - also zum Beispiel des Dax - den Rückzahlungsbetrag genau beeinflusst, bestimmen für jedes einzelne Zertifikat vorab genau definierte Regeln.

Einige Strukturen haben sich in den vergangenen Jahren besonders bewährt, sie haben sich als Standardtypen etabliert. Zu den gängigsten gehören etwa Discountzertifikate und Bonuszertifikate. Diese Varianten setze auch ich bevorzugt zur Umsetzung meiner übergeordneten Depotstrategie ein: eine möglichst nervenschonend erzielte langfristige Rendite von im Schnitt sechs bis acht Prozent Ertrag pro Jahr.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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