Musterdepots: Wo die Märkte Lichtblicke bieten

Musterdepots: Wo die Märkte Lichtblicke bieten

, aktualisiert 25. Februar 2016, 18:09 Uhr
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Daniel Hupfer

Quelle:Handelsblatt Online

Nicht alles ist schlecht am derzeitigen Marktumfeld, findet Daniel Hupfer und empfiehlt Anlegern, einen zweiten Blick auf China zu werfen. Auch die beiden anderen Handelsblatt-Autoren sind optimistisch.

Frankfurt am MainIm aktuellen Marktumfeld dominieren die negativen Nachrichten die Berichterstattung und sorgen bei vielen Marktteilnehmern für eine angespannte Stimmung. Positive Aspekte werden derzeit kaum zur Kenntnis genommen. So hat sich der OECD-Frühindikator für China in den letzten Monaten stabilisiert. Die chinesische Notenbank hat zuletzt die Geld- und Fiskalpolitik expansiver ausgerichtet, so dass zumindest die Hoffnung besteht, dass sich das Wachstum der Wirtschaft im Reich der Mitte stabilisiert.

Eine Wachstumsbeschleunigung zeichnet sich indes weiterhin nicht ab. Dies zeigt sich exemplarisch an der Entwicklung des Handels mit den USA, Kanada, der EU, Japan und Südkorea. Dieser hat sich bei rund 45 Milliarden US-Dollar stabilisiert und liegt damit am unteren Rand der Bandbreite, in der sich die Ausfuhren seit 2010 bewegen. Notwendig für eine positive Überraschung und nachhaltig positive Wachstumsraten beim Handel wäre eine Zunahme der globalen wirtschaftlichen Aktivität, die sich aktuell nicht abzeichnet.

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Eine Ausweitung der Marktanteile über den Preis erscheint dagegen auch schwierig, da in vielen Ländern allenfalls leicht steigende oder sogar fallende Produzentenpreise zu beobachten sind. Der Konkurrenzdruck auf den Gütermärkten ist also bereits sehr hoch. Es ist daher unverändert wahrscheinlich, dass die Wachstumsrate der chinesischen Exporte weiterhin eher auf der enttäuschenden Seite bleibt.


Hochtief-Besitz zahlt sich aus

Der größte deutsche Baukonzern Hochtief hat am Donnerstag hervorragende Jahresergebnisse veröffentlicht, die die Analystenerwartungen deutlich übertroffen haben. Der Gewinn ist um fast 40 Prozent gestiegen. Das Unternehmen profitiert in erster Linie von seinem Auslandsgeschäft. In Deutschland erzielen die Essener unter zehn Prozent des Konzernumsatzes. Der Ausblick für das laufende und kommende Jahre ist ebenfalls sehr zuversichtlich ausgefallen. „Wir erwarten ein nachhaltiges Wachstum in den nächsten Jahren“, so der Firmenchef Marcelino Fernandez Peres.

Hochtief befindet sich zu etwa zwei Dritteln im Besitz des spanischen ACS Konzerns, dessen Aktie in unserem Musterdepot vertreten ist. Nach einem harten Übernahmekamp 2012 haben die Spanier Fernández Verdes zum Hochtief-Vorstandsvorsitzenden gemacht.

Er setzte ein massives Profitabilitätssteigerungsprogramm durch, welches sich mehr und mehr auszahlt. Als Mehrheitsaktionär profitiert ACS stark vom wachsenden Gewinn. Da die Hochtief regelmäßig ihre eigenen Aktien zurückkauft, könnte der ACS Anteil in den nächsten Monaten weiter steigen.


Investieren bevor die EZB am Geldhahn dreht

Die Discountzertifikate auf den Dax (WKN: CR5J46) haben ihr Laufzeitende erreicht und sind am Donnerstag von der Emittentin zurückgezahlt worden. Mit diesen defensiven Anlageprodukten hatte ich ab Juni mit einem „Rabatt“ von neun Prozent in den Leitindex investiert. Seitdem hat der Dax prozentual zweistellig nachgegeben. Durch den vergünstigten Einstiegskurs fällt das Zertifikate-Minus mit knapp fünf Prozent deutlich geringer aus.

Solche Produkte verbuchen stets geringere Verluste als der jeweilige Index oder die Einzelaktie, auf die sie sich beziehen. Im Gegenzug ist der maximal erreichbare Ertrag begrenzt. Mit den Dax-Discountern wären selbst im Optimalfall nicht mehr als neun Prozent per annum möglich gewesen.

Das freigewordene Depotkapital werde ich aus taktischen Gründen voraussichtlich noch vor der nächsten Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am 10. März in offensivere Zertifikate anlegen. Damit soll die die Investitionsquote des Musterportfolios am Aktienmarkt weiter erhöhen. Hintergrund: Die Währungshüter dürften bei ihrem nächsten Treffen weitere geldpolitische Maßnahmen präsentieren, um Konjunktur und Inflation anzuheizen.

Denn trotz der bisherigen Geldschwemme bleibt die Teuerung in der Euro-Zone deutlich unter der Zielmarke der EZB von knapp zwei Prozent, die sie als ideal erachtet für die realwirtschaftliche Entwicklung: Die Verbraucherpreise kletterten im Januar lediglich um 0,3 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag nach endgültigen Berechnungen mitteilte. Dieser Wert liegt sogar unterhalb der bisherigen Schätzung, bei der von einem Plus von 0,4 Prozent die Rede war.

Hinweise zu den ausführlichen Berichten über die Musterdepots gibt es bei Twitter unter dem Konto: @kokologiannis

Die Beiträge stellen keine Anlageberatung dar, insbesondere geben sie keine Empfehlung zum Kauf der genannten Wertpapiere. Sie sollen einen Anreiz zum Nachdenken und zur Diskussion über Marktentwicklungen und Anlagestrategien geben.

Quelle:  Handelsblatt Online
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