Entzauberte Mythen: Lästern macht produktiv

PremiumkolumneEntzauberte Mythen: Lästern macht produktiv

17. Dezember 2017
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Ein bisschen Flurfunk ist besser als keiner.

Kolumne

Wer beim Arbeiten klatscht und tratscht, stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Psst, haben Sie schon gehört: Kollege X aus dem Nachbarbüro hat schon wieder eine Gehaltserhöhung bekommen – unverschämt! Und Kollege Y soll ja überhaupt keine Lust mehr auf seinen Job haben. Wie der seine Zeit immer vertrödelt? Irre. Kollege Z wiederum? Der ist eigentlich hauptsächlich damit beschäftigt, sich beim Chef beliebt zu machen. Widerlich.

Glaubt man einschlägigen Umfragen, tratscht fast die Hälfte aller Beschäftigten täglich über andere Kollegen. Unfassbar, welch kostbare Arbeitszeit dem unnützen Flurfunk anheimfällt. Tatsächlich sind Klatsch und Tratsch am Arbeitsplatz ein echter Zeit- und Produktivitätsfresser. Dass man den Flurfunk mit klaren Kommunikationsregeln eindämmen möchte, ist nur verständlich – und auch notwendig, um üble Nachrede und Mobbing zu verhindern. Doch ganz ausschalten wird man die Lästereien unter Kollegen niemals, und das hat auch einen guten Grund. Denn ein Schwätzchen mit Kollegen macht nicht nur Spaß (was sogar im Gehirn messbar ist), sondern hilft uns, soziale Regeln zu erkennen. Eine plauderfreie Arbeitsatmosphäre ist sehr wahrscheinlich unproduktiver als eine, in der gelegentliches Getratsche auftritt.

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