Management: Zu viel Empathie ist nicht das Problem

PremiumGastbeitragManagement: Zu viel Empathie ist nicht das Problem

21. April 2017

Chefs sind zu weich? Die meisten Angestellten erleben es anders. Eine Replik auf den WirtschaftsWoche-Titel.

Bild vergrößern

Zu viel Härte und wenig Wertschätzung im Job mindert die Motivation der Mitarbeiter. Ein Plädoyer für mehr Empathie.

Da kämpft man jahrzehntelang für eine menschlichere, mitfühlendere Arbeitswelt – und dann kommt die WirtschaftsWoche und macht alles kaputt. Coaches und Berater dürfte es bei der Lektüre des Artikels über Empathie grausen. Nicht, weil die Ausführungen falsch sind (das sind sie nicht). Sondern weil damit ein vergleichsweise kleines Problem genauso prominent behandelt wird wie ein großer Missstand, der jedes Jahr betriebswirtschaftliches und menschliches Leid nach sich zieht: In Führungsetagen herrscht an Empathie kein Überfluss – sondern ein Mangel.

Einerseits hat die WirtschaftsWoche recht: Zu viel Empathie kann Menschen lähmen und an Entscheidungen hindern. Wer als CEO, betriebswirtschaftlich vielleicht zu Recht, Tausenden Mitarbeitern kündigen muss, sollte sich nicht gefühlsmäßig in jeden einzelnen hineinversetzen – das wäre kaum auszuhalten. Aber ist ein Zuviel an Empathie tatsächlich der Grund, warum mangelhafte Führungsqualität in vielen Studien zu personalwirtschaftlichen Herausforderungen auf dem vordersten Rang landet? Für jedes Unternehmen, das an einer Art Empathie-Überschuss leidet, dürfte es mindestens zehn geben, die an einem entsprechenden Mangel kranken.

Anzeige

Zum Autor

  • Nico Rose

    Nico Rose, 39, ist Diplom-Psychologe. Im Hauptberuf arbeitet er im Stab des Personalvorstands eines deutschen Medienkonzerns, zusätzlich ist er als Coach und Redner aktiv.


Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%