Sprengers Spitzen: Die Lüge vom globalen Spitzenmanager

PremiumkolumneSprengers Spitzen: Die Lüge vom globalen Spitzenmanager

05. März 2017
Kolumne

Oft heißt es: Wer im globalen Wettbewerb um kluge Köpfe mitspielen will, muss hohe Gehälter zahlen. Stimmt das?

Es ist nicht zu übersehen, dass extreme Managergehälter zur Legitimitätskrise des Kapitalismus beitragen, die die politischen Aufbrüche der letzten Monate motivieren. Begründet werden die Bezüge mit dem Wettbewerb. Es gäbe nur eine kleine Elite von Managern, die Konzerne steuern könnten. Und um diese tobe eine weltweite Konkurrenz. Wolle man die besten Leute, müsse man das Geld zahlen.

Gibt es diesen Wettbewerb? Oder gehört dieses Argument zu den gegenwärtig heiß diskutierten Aussagen, die eine Realität jenseits der Fakten behaupten, weil sie einer tieferen Wirklichkeit des gesunden Elite-Empfindens entspricht? Um hier nicht selbst die Grenze zwischen Tatsache und Meinung zu verwischen, will ich die Quelle meiner Faktenbasis öffnen.

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Ich stütze mich zunächst auf die Forschungen des Soziologen Michael Hartmann, der die Zahlen für die letzten Jahre zusammengetragen hat. Das Ergebnis: Definiert man die Managerelite als Personengruppe, die Spitzenpositionen in großen, weltweit operierenden Unternehmen besetzt, ähnliche Interessen und Lebensstile teilt, auf denselben Ausbildungsstätten war und sich als Weltbürger versteht, dann kann von einem wirklich globalen Wettbewerb keine Rede sein.

Zur Person

  • Reinhard K. Sprenger

    Reinhard Sprenger zählt zu den renommiertesten deutschen Managementautoren. In seinem neuen Buch "Das anständige Unternehmen" beschäftigt er sich mit richtiger Führung.


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