Alltagsforschung: Gründen macht unglücklich

PremiumkolumneAlltagsforschung: Gründen macht unglücklich

07. Januar 2018
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Kolumne von Daniel Rettig

Gründen ist nicht erst seit der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ en vogue. Steigert es die Zufriedenheit, den Job zu kündigen und sich selbstständig zu machen? Eine neue Studie warnt vor zu viel Euphorie.

Die Vox-Sendung „Die Höhle der Löwen“ ist ebenso unterhaltsam wie gefährlich. Unterhaltsam, weil sich hoffnungsvolle Jungunternehmer dort einer kritischen Jury um den Investor Frank Thelen stellen, bisweilen mit relativ ambitionierten Geschäftsideen und utopischen Bewertungen. Doch so sehr man vor dem Fernseher staunt über so viel Chuzpe, so sehr sorgt man sich über die Wirkung auf den Zuschauer. Manch ehrgeiziger Nachwuchsgründer könnte sich durch die Sendung vom schönen Schein der Selbstständigkeit verführen lassen, seine Festanstellung kündigen und es mit einem eigenen Start-up versuchen. Doch damit würde er nicht nur sein finanzielles Schicksal riskieren – sondern auch seine seelische Zufriedenheit.

Keine Frage, der Wechsel von der Festanstellung zur Selbstständigkeit klingt erst mal verlockend. Endlich ist da kein Chef mehr, der ständig mit seinen vielen Ideen nervt. Kein Kollege, der am Montagmorgen schon den Freitagabend herbeisehnt. Stattdessen kann man sich endlich seinem eigenen Projekt widmen; die Angestellten selbst auswählen; und ins Büro kommen und gehen, wann man will. Auch viele Staaten wollen das Gründerfieber fördern und ködern Nachwuchsunternehmer mit vergünstigten Darlehen, Krediten und Stipendien.

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