Compliance: "Lasse ich mich bestechen oder nicht?"

PremiumInterviewCompliance: "Lasse ich mich bestechen oder nicht?"

04. Dezember 2017
von Kerstin Dämon

Alle Jahre wieder kommen sie, die Geschenke und Restaurant-Einladungen von Geschäftskontakten. Und mit ihnen die Frage: Wie teuer darf es denn sein, damit es kein Bestechungsversuch ist? Ein Compliance-Experte gibt Rat.

Bild vergrößern

Wie viel darf ein Weihnachtsgeschenk an Geschäftskunden und -partner kosten?

WirtschaftsWoche Online: Weihnachten steht vor der Tür und Geschäftspartner, Kunden, Lieferanten & Co. schicken wieder kleine Geschenke oder laden zum Essen ein. Damit man sich nicht der Bestechlichkeit verdächtig macht, dürfen Geschenke nicht mehr als 30 Euro kosten. Heißt es. Ist diese Zahl ein Mythos oder stimmt's?
Jens C. Laue: In Deutschland gibt es keine feste Grenze, zumindest legt der Gesetzgeber keine fest. Manche nehmen 35 Euro als Grenze, weil teurere Geschenke nicht von der Steuer abzugsfähig sind.
Die Pharmabranche hat sich 50 Euro als Grenze gesetzt.

Was würden Sie denn raten? 35 Euro, 50, 100?
Ich halte von starren Grenzen wenig. Im Ausland, beispielsweise in Korea, gibt es feste, vom Gesetzgeber vorgeschriebene Grenzen, die Unternehmen natürlich einhalten müssen. Grundsätzlich ist das aber eine Wertefrage. Nämlich: Lasse ich mich bestechen oder nicht? Wenn ein Geschenk bis 35 Euro in Ordnung ist, ist dann eins für 37 Euro ein Bestechungsversuch? Werte lassen sich nun mal schlecht an starren Grenzen festmachen. Auch wenn es natürlich leichter ist, zu sagen, hier ist die Grenze.

Anzeige

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%