The School of Life: Ein Lob der Langeweile

PremiumkolumneThe School of Life: Ein Lob der Langeweile

26. November 2017
Kolumne von Alain de Botton

So hilfreich Smartphones sind, so gefährlich sind sie. Es wird Zeit für eine Auszeit.

Es gibt kaum noch etwas, das so interessant ist wie unser Smartphone. Verständlich, einerseits. Das Leben ist so kompliziert, der Partner so launisch, der Job so langweilig, der Nachwuchs so zickig und eine Unterhaltung so dröge – da wirkt der schnelle Blick aufs Display umso verlockender. Zumal wir dort scheinbar sofort belohnt werden, mit einer vermeintlich wichtigen Neuigkeit („BREAKING“), einem angeblich spannenden Lesetipp („Must-read!“) und einer offenkundig interessanten Konferenz („Spannend!“).

Gefährlich, andererseits – für unseren beruflichen Erfolg, unsere körperliche Gesundheit und unsere seelische Zufriedenheit. Die Beziehung zu unserem Mobiltelefon gleicht einer Sucht. Abhängige brauchen eine Substanz, um ihre Hoffnungen am Leben oder ihre Ängste unter Kontrolle zu halten. Und was dem einen seine Spritze, ist dem anderen sein Smartphone.

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Haben Sie schon mal versucht, eine Weile einfach nur still irgendwo zu sitzen, alleine mit Ihren Gefühlen und Gedanken? Finden Sie die Vorstellung, eine Stunde, einen Tag oder gar ein ganzes Wochenende ohne Ihr Gerät auszuhalten, zutiefst verstörend? Und zwar so sehr, dass Sie schon beim Gedanken an das freiwillige Funkloch beinahe körperliche Entzugserscheinungen bekommen?


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