The School of Life: Sechs Lektionen aus Asien

PremiumkolumneThe School of Life: Sechs Lektionen aus Asien

07. Januar 2018
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Die östliche Philosophie kann dabei helfen, das Leben erträglicher zu gestalten.

Kolumne von Alain de Botton

Die östliche Philosophie kann dabei helfen, das Leben erträglicher zu gestalten. Sie hält zahlreiche Ideen parat - und sei es, zerbrochenes Porzellan wieder zu kitten und die Risse mit Pulvergold zu betonen.

Sex wird uns enttäuschen, die Jugend wird verschwinden, Geld wird uns keine Schmerzen ersparen: Leben heißt Leiden. So lautet eine der zentralen Botschaften von Buddha. Er wollte seine Anhänger lehren, dass negative Erfahrungen dazugehören und dass wir mit dieser Tatsache umgehen müssen. Trotzdem lächelte Buddha häufig – weil er angenehme und erfreuliche Erlebnisse dankend annahm. Indem er sich ständig an die dunklen Seiten des Lebens erinnerte, bewahrte er sich seine Freude für die Sonnenstrahlen.

Ebenso wichtig ist das mittelindische Wort Metta, was so viel heißt wie Freundlichkeit oder Güte. Buddhisten sollen täglich meditieren, um diese Attitüde zu trainieren. Und das geht so: Denken Sie intensiv an eine Person, die Ihnen unsympathisch ist, die Sie verärgert oder wütend macht. Doch anstatt den Groll weiter zu fördern, sollen Sie dieser Person nun gedankliche Botschaften schicken. Etwa: „Ich hoffe, du findest deinen Frieden“ oder „Du sollst nicht länger leiden“. Dahinter steckt die Annahme, dass wir unsere Gefühle bewusst steuern können. Mitgefühl ist erlernbar. Und wir müssen es nicht nur Menschen zeigen, die wir lieben – sondern auch jenen, die wir verachten.

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