Wirtschaftsphilosoph "Wir sind Zeuge eines Endspiels"

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Wolf Dieter Enkelmann Quelle: Nils Bröer für WirtschaftsWoche

Wirtschaftsphilosoph Wolf Dieter Enkelmann über die Chefs neuer Datenkonzerne und ihre Erpressungslyrik, den Siegeszug der Technokratie – und die ultimative Vollendung des Komforts.

Herr Enkelmann, die ganze Welt redet, träumt und fantasiert von „Disruption“ – wissen Sie, was gemeint ist?
Wolf Dieter Enkelmann: Nicht wirklich. „Disruption“ ist ein eher unscharfer und, wie mir manchmal scheint, sogar ziemlich begriffsloser Begriff. Man bekommt das Phänomen, das man mit ihm zu bezeichnen meint, definitorisch nicht recht zu fassen, wie oft man ihm in den Medien auch begegnet.

Was tun?
Zunächst einmal liegt es nahe, „Disruption“ in ein Verhältnis zu setzen zu anderen Begriffen, die epochale Transformationen bezeichnen, zu „Evolution“ oder „Revolution“ zum Beispiel oder zur „Renaissance“. Bei der „Disruption“ handelt es sich demgegenüber um einen quasi mechanischen, einen physikalisch-technischen Begriff. Aus dem Lateinischen übersetzt, heißt er „Zerreißung“ oder „Zerbrechung“.

 
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