Bankenkrise: Die Angst vor dem großen Absturz

PremiumBankenkrise: Die Angst vor dem großen Absturz

19. Februar 2016
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Ein weltweiter Krisencocktail setzt den Banken zu.

von Cornelius Welp, Frank Doll, Christof Schürmann, Mark Fehr, Max Haerder und Cordula Tutt

Bankaktien sind dramatisch eingebrochen. Vorstände, Aufseher und Politiker versichern, alles im Griff zu haben. Doch ein weltweiter Krisencocktail setzt den Geldhäusern zu. Die Furcht vor dem großen Absturz wächst.

Die Sporttasche? 60 Dollar. Der Schlüsselanhänger? 40 Dollar. Das Paket mit 25 Originalbroschüren? 300 Dollar. Wer nach Andenken an die Investmentbank Lehman Brothers sucht, wird beim Auktionshaus Ebay schnell fündig. Sonst ist nicht viel übrig geblieben. Am ehemaligen Firmensitz an der 7th Avenue in New York, in dessen 31. Stockwerk einst Vorstandschef Richard Fuld residierte, hat der neue Eigentümer alle Hinweise entfernt. Die Internetseite wirkt wie eingefroren, nüchtern teilt sie mit, dass die Bank im September 2008 Insolvenz angemeldet hat. Die Erinnerung ist verblasst, das Gespenst schien weggesperrt.
Doch jetzt ist es wieder aufgetaucht, verbreitet Angst und Schrecken. Die Kurse von Bankaktien sind eingebrochen, die Aufschläge, mit denen sich Käufer von Bankanleihen das gestiegene Risiko vergelten lassen, sind in die Höhe geschnellt. Bankvorstände, Aufseher und Politiker versichern, dass sie die Lage im Griff haben. Sie wollen die Märkte beruhigen, wirken dabei ratlos und erreichen so genau das Gegenteil. Es wächst die Furcht, dass eine Krise wie im Jahr 2008 droht. Dass die Abwärtsspirale außer Kontrolle gerät. Dass die Welt erneut am Abgrund steht, so wie 2008. Ausgehend von Zahlungsausfällen auf dem US-Immobilienmarkt, hatte sich die globale Bankenkrise ab dem Frühjahr 2007 wie Salzsäure immer weiter durch die Bankbilanzen gefressen. Nach der Pleite von Lehman Brothers sprangen weltweit Staaten ein, um strauchelnde Institute mit Steuergeldern zu retten. Die Krise griff von den Banken auf die Realwirtschaft über, 2009 brach die Weltkonjunktur um fünf Prozent ein. Die letzte Krise hatten die Banken in erster Linie selbst verursacht, durch überschwängliche Immobilienkredite, durch komplexe Schrottpapiere und riskante Derivate-Wetten. Doch dieses Mal ist es anders: Vor allem die kriselnde Realwirtschaft spiegelt sich in den Zahlen der Banken wider. Wie unter einem Brennglas konzentriert sich im Vertrauensverlust in die Institute der Vertrauensverlust in die Weltwirtschaft. Die Risiken sind zahlreich und nehmen zu. Der niedrige Ölpreis wird wohl eine Pleitewelle bei Förderunternehmen auslösen. Die Euro-Krise ist wieder aufgeflammt. Das Wachstum in China und damit die Weltkonjunktur werden sich weiter abschwächen.

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2 Kommentare zu Bankenkrise: Die Angst vor dem großen Absturz

  • Die Frage ist doch nur noch, wen es als ersten erwischt und die anderen mitreißt. Der Schmetterling fliegt bereits.

  • Vorletzer Versuch das restliche Bargeld der Bürger zu vernichten, bevor der Kollaps eintritt und schlimmer sein wird als KRIEG.

    www.bargeld-lacht.org

    weitere Gründe die gegen die Abschaffung von Bargeld sprechen

    weitere Auswirkungen:
    Kreditaufnahmeerhöhung der Banken durch erhöhtes Giralgeld möglich.
    Für 1 Euro können 100 beliehen werden - wird auch gemacht.
    Einnahmen durch Negativzinssätze werden erhöht und einbehalten. Stille Enteignung.
    Krankenkassen können Produktlinen verfolgen, Zigaretten, Alkohol, Medikamente, Gewohnheiten und Rückschlüsse auf Gesundheit schließen und Beiträge willkürlich erhöhen.
    Direkter Zugriff auf Giralgeld bei Bankenpleite möglich. Unter das Kopfkissen können Sie ja nicht zugreifen.
    Aktivierung von 4 Billionen Bargeld in Giralgeld und dann Erhebung neuer Steuern auf Immobilien = Boston Consulting Group : Mesopotamien

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