Wirbelstürme: Die Börse handelt nicht mit Empathie

PremiumKommentarWirbelstürme: Die Börse handelt nicht mit Empathie

14. September 2017
von Martin Gerth

Wirbelstürme und ihre Folgen füllen die Kassen von Spekulanten. Wetten aufs Wetter zu verteufeln wäre jedoch falsch.

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Schäden nach Hurrikan "Irma".

Tabus trüben den Blick auf die Fakten. Mit der Not anderer Geschäfte machen ist so ein Tabu. Das gilt erst recht, wenn Tausende Menschen Opfer eines Wirbelsturms geworden sind – wie zuletzt in der Karibik, in Texas, in Florida.

An der Börse zählen jedoch keine Tabus. Noch bevor Wirbelsturm Irma Florida erreichte, stieg am Terminmarkt der Preis für gefrorenen Orangensaft. Spekulanten rechneten mit einer schlechteren Obsternte und wetteten auf steigende Preise. Pfui Teufel? So mag ein christlich gesinnter Anleger denken: Während Orangenfarmer und -pflücker in Notunterkünften ausharren, sacken Spekulanten fette Gewinne ein. Gehören derlei Spekulationen verboten? Nun – so einfach ist es nicht. Damit Spekulanten wetten können, muss es am Terminmarkt immer einen Gegenpart geben: Farmer und Agrarkonzerne. Die einen wollen spekulieren. Die anderen wollen sich gegen Risiken absichern. Beide spielen auf demselben Feld. Doch nur die Spekulanten werden geprügelt.

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Ehrlich ist das nicht.

Cat-Bonds-Markt Hurrikan Irma trifft Anleger - und Hypothekenbanken

Wenn Irma über Florida fegt, zittern Anleiheinvestoren mit. Sturmrisiken in dem Bundesstaat sind stark über Katastrophen-Anleihen abgesichert. Nehmen die Schäden überhand, fallen Rückzahlungen mitunter komplett aus.

Von Hurrikan Irma beschädigte Tankstelle in Florida. Quelle: REUTERS

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