Blackrock-Einstieg bei Scalable: Es drohen Interessenkonflikte

PremiumKommentarGeldwoche: Verlässliche Partner sehen anders aus

27. Juni 2017
von Niklas Hoyer

Die neueste Beteiligung des Vermögensverwalters Blackrock ist ein Warnzeichen für Indexfonds-Anleger. Es drohen Interessenkonflikte.

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Blackrocks neueste Beteiligung ist ein Warnzeichen für ETF-Anleger.

Ein Ritterschlag für das Münchner Start-up Scalable ist dessen jüngste Finanzierungsrunde – aber auch der Beginn eines massiven Interessenkonflikts. Der Reihe nach: Der US-Vermögensverwaltungsriese Blackrock hat einen „signifikanten Minderheitsanteil“ übernommen, insgesamt flossen dem Fintech 30 Millionen Euro zu. Scalable bietet automatisierte Geldanlage per Internet an. Solche Fintechs sind auch als Robo-Advisor bekannt. In der Regel landet das Geld ihrer Kunden in günstigen Indexfonds (ETFs), die vor allem Aktien- und Anleiheindizes nachbilden. Das drückt die Kosten. Scalable nimmt nur 0,75 Prozent der Anlagesumme pro Jahr, für die ETFs kommen im Schnitt 0,25 Prozent hinzu – in Summe etwa halb so viel wie bei aktiv gemanagten Aktienfonds. Das überzeugt: Laut Scalable haben rund 6000 Privatkunden über 250 Millionen Euro investiert. Die Kunden sollen dafür ein auf ihre Risikobereitschaft abgestimmtes ETF-Portfolio bekommen. Scalable verspricht, aus über 1500 am Markt angebotenen ETFs „stets die vorteilhaftesten“ auszusuchen.

Heikel wird Blackrocks Einstieg an diesem Punkt. Denn tatsächlich besteht Scalables ETF-Portfolio derzeit nur aus 14 ETFs. Neun davon, 64 Prozent, stammen von iShares, einer Blackrock-Tochter. Bislang warf das kaum Fragen auf.

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