Kickbacks bei Versicherungen: Banken kämen damit nicht durch

PremiumKommentarKickbacks bei Versicherungen: Banken kämen damit nicht durch

16. Mai 2017
von Heike Schwerdtfeger

EU-Kontrolleure decken auf, dass Lebensversicherer mit Fonds mauscheln und Kunden übervorteilen. Doch klare Gesetze und Strafen fehlen.

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Nur noch 428.000 traditionelle Kapitallebens- und Rentenversicherungen verkauften Versicherungsvertreter 2016 in Deutschland. 880.000 Neuverträge waren sogenannte fondsgebundene Policen, von denen es insgesamt 15 Millionen gibt. Diese Policen basieren auf Fondsanlagen wie Aktien und Anleihen und versprechen höhere Renditen – theoretisch. Sie wurden für den Versicherungsvertrieb seit Jahresbeginn noch attraktiver, weil Lebensversicherer den Neukunden bei klassischen Verträgen nur noch einen Garantiezins von 0,9 Prozent auf ihren Sparanteil zahlen müssen. Bis eine positive Rendite herauskommt, dauert es da Jahrzehnte.

Damit die Versicherungsverkäufer irgendwie Provision verdienen können, tragen sie jetzt Fondspolicen zum Kunden. Auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin ist zufrieden, wenn Lebensversicherer noch etwas verkaufen und kein Anbieter umkippt. Die Brisanz des wachsenden Fondspolicen-Marktes kann aber weder die deutsche Politik noch die heimische Finanzaufsicht ausblenden. Bei einem Report der europäischen Versicherungsaufsicht Eiopa, bei dem auch 79 deutsche Anbieter untersucht wurden, kam heraus, dass den Fondspolicen-Anbietern zu viele Freiheiten bleiben, die sie zum Schaden des Kunden nutzen.

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