Übernahmekandidaten: Fragt doch mal die Aktionäre

PremiumKommentarÜbernahmekandidaten: Fragt doch mal die Aktionäre

24. März 2017
von Jürgen Salz

Die Interessen der Aktionäre gelten in Deutschlands Konzernen nicht viel. Das zeigt das Beispiel Stada.

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Tabletten bei Stada.

Als Geldesel sind Aktionäre in deutschen Unternehmen gern gesehen, doch Einfluss auf Entscheidungen sollen sie möglichst nicht nehmen. Der Pharmakonzern Stada liefert gerade ein Beispiel dafür, wie wenig die Interessen der Anteilseigner gelten. Knall auf Fall setzte Aufsichtsratschef Carl Ferdinand Oetker in der vergangenen Woche Gespräche mit Übernahmeinteressenten – zwei Konsortien aus je zwei Finanzinvestoren – aus. Das Gros der Aktionäre hätte dagegen lieber auf weitere Gespräche mit den Bietern gesetzt – schließlich wollen sie am Übernahmefieber um Stada mitverdienen. So hat der Aufsichtsratschef statt, wie erhofft, höhere Gebote erst mal fallende Aktienkurse provoziert.

Einige Investoren wollen sogar klagen, seit Donnerstag dieser Woche reden die Beteiligten immerhin wieder miteinander. Man hätte die Aktionäre ruhig vorher nach ihrer Meinung fragen können. Auf die Idee scheint bei Stada aber noch keiner gekommen zu sein.

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Leider kein Einzelfall. Als vor zwei Jahren die kanadische Potash ein Übernahmeangebot für den Kasseler Rohstoffkonzern K+S abgab, scherte sich das Management auch wenig um die Aktionäre. Potash gab schließlich auf; der K+S-Kurs dümpelt seither auf niedrigem Niveau vor sich hin.


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