Erbschaftsteuer: Voller Freibetrag für Erben im Ausland

PremiumErbschaftsteuer: Voller Freibetrag für Erben im Ausland

22. August 2017
von Martin Gerth

Ausländische Erben dürfen in der EU nicht gegenüber inländischen Erben benachteiligt werden. Betroffene können auf Antrag ihre Steuerlast senken.

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Erbschaftssteuer nicht eingeplant
Nächste Angehörige – das sind Ehepartner, Kinder und Enkel – haben Freibeträge. Ehepartner erben 500.000 Euro steuerfrei, Kinder immerhin noch 400.000 Euro und Enkel 200.000 Euro. Erst wenn die Erbschaft diese übertrifft, greift der Fiskus zu. Doch häufig ist für die fällig werdende Erbschaftssteuer nicht genügend Geld auf dem Konto. Besteht ein Begünstigter auf schnelle Auszahlung, müssen Immobilien, Wertpapiere oder Kunstgegenstände veräußert werden.

Viele träumen von dem reichen Erbonkel, der einem Villa, Sportwagen oder ein millionenschweres Bankdepot hinterlässt. Wenn der Fall tatsächlich eintritt, können sich Erben oft nur kurz freuen, jedenfalls dann, wenn sie in einem Land außerhalb der Europäischen Union leben und deutsches Vermögen erben. Denn dann schlägt der Staat zu.

Der deutsche Fiskus unterscheidet bei der Erbschaftsteuer zwischen unbeschränkt und beschränkt Steuerpflichtigen. Unbeschränkt steuerpflichtig sind Erben mit dauerhaftem Wohnsitz in Deutschland. Für sie gelten die vollen Freibeträge nach deutschem Steuerrecht. Bei Ehegatten beispielsweise sind dies 500.000 Euro. Beschränkt steuerpflichtig sind Erben von deutschem Vermögen, die im Ausland wohnen. Dies schließt auch Deutsche ein, die ausgewandert sind und über fünf Jahre im Ausland leben. Für diese Erben schmilzt der Freibetrag auf nur noch 2000 Euro zusammen.

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