Digitale Versicherung Die Neuerfindung der Krankenkasse

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Start-up Ottonova schickt seine Versicherten zur Videosprechstunde Quelle: Fotolia

Die SPD will private Kassen durch die Bürgerversicherung ersetzen. Das Start-up Ottonova zeigt, warum das schlecht wäre.

Unvernünftig sieht Roman Rittweger nicht aus. Da liegt keine kopflose Waghalsigkeit in seinen Augen, es spricht kein Silicon-Valley-Größenwahn aus seiner Körperhaltung. Seine Mission aber klingt genau so, nach Größenwahn und Unvernunft. Rittweger hat Ottonova gestartet, die erste Neugründung einer privaten Kasse seit 17 Jahren. „Wir sind die erste digitale Krankenversicherung“, sagt er. Alle Dienste werden bei Ottonova per App abgewickelt.

Rittweger wagt sich damit auf ein Feld, das kaum problembelasteter sein könnte. Weder die privaten Krankenversicherungen noch die Digitalisierung des Gesundheitssystems gelten in Deutschland als Erfolgsgeschichte. Selbst im Jahr 2017 verhindern alte Gesetze, dass Ärzte ihre Patienten unkompliziert per Video beraten oder Apps als Therapie verschreiben können.

Die privat Versicherten quälen sich mit steigenden Beiträgen. Wer kann, wechselt in die gesetzlichen Kassen. Die SPD fordert deshalb in den Koalitionsgesprächen mit der CDU die Einführung einer Bürgerversicherung. Das wäre das Ende der privaten Krankenversicherer, die künftig nur noch Zusatzversicherer wären.

 
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