Trend zum matten Design: Warum schöne Produkte nicht mehr glänzen

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PremiumTrend zum matten Design: Warum schöne Produkte nicht mehr glänzen

01. September 2017
von Christopher Schwarz

Ob Autos oder Bad-Armaturen, Türgriffe oder Porzellan: Schöne Produkte schimmern heute matt. Warum bloß? Eine Spurensuche.

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Türgriff von FSB aus gestrahltem, schwarz eloxiertem Aluminium.

Pöseldorf, Sie wissen schon, das Hamburger Luxusquartier, das in den Siebzigerjahren durch seinen hanseatischen Snob-Appeal berühmt wurde, Pöseldorf erlebt „eine Art Comeback“, meldete zuletzt die „Welt“. Hier sei nicht nur ein Bentley in Mattlack gesichtet worden, vor der Einfahrt einer Villa. Nein, auch die „Anleinstationen“ für Hunde vor den Geschäften seien „aus matt gebürstetem Edelstahl“.

Wahrscheinlich sind auch die Holzböden der Läden matt, aus geseifter Eiche nach skandinavischer Art. Und die Handläufe am Geländer sowieso, sandgestrahlt und seidenweich. Hier in Pöseldorf, dem wiedererwachten Frontviertel des avancierten Geschmacks. Heißt das, die Zeichen der Zeit stehen endgültig auf Matt? Ist Edelgebürstet das neue Glänzend?

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Gewiss, es gibt noch immer Inseln des Vollglanzes, Bollwerke der Polierfreude. Zum Beispiel die Manufaktur Steinway & Sons. Im Kölner Showroom am Hohenstaufenring glänzen die Flügel und Klaviere. Nicht nur deren schwarz lackierte Hölzer, auch die Messingpedale. Lediglich die schwarzen Tasten sind traditionell matt. Nur sie? Nein, selbst bei Steinway hat die neue deutsche Matt-Welle erste Spuren hinterlassen: Die Umschläge der Kataloge sind zwar glänzend goldgeprägt, aber auf tiefschwarz mattem, gummiert anmutendem Grund.


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