Einblick: Schmerzen für den Sultan

PremiumkolumneEinblick: Schmerzen für den Sultan

08. September 2017
Kolumne von Beat Balzli

Der Türkei mit dem Abbruch der EU-Beitrittsverhandlungen zu drohen bringt nicht viel. Nur konkreter wirtschaftlicher Druck kann Erdoğan bremsen.

Da ist sie wieder, diese bizarre Szene. Eine ältere Dame trägt ein traditionelles pinkfarbenes Kleid und schreit das TV-Publikum an. Es ist die Art von Ri Chun-hee, lautstark Freude zu zeigen. Eine pathosschwangere Begeisterung für den Test einer Wasserstoffbombe vor wenigen Tagen. Nordkoreas pensionierte Grande Dame des Nachrichtengeschäfts erscheint immer dann auf den Bildschirmen, wenn es im Land des unbegrenzten Wahnsinns Großes zu verkünden gibt. Ihr Chef Kim Rakete will einmal mehr der ganzen Welt zeigen, wo Hammer und Sichel hängen. Donald Trump zündelt erwartbar mit Tweets, und Wladimir Putin warnt vor der tödlichen Eskalation.

Türkei Die Oberschicht flieht ins Ausland

Unter Präsident Erdoğan droht die Türkei in ein autoritäres System abzudriften. Die Oberschicht reagiert jetzt schon – und bringt ihr Geld in Sicherheit. Ein Festspiel für Vermögensverwalter und Makler im Westen.

Quelle: Adrià Fruitos

Aber war da nicht was? Sollte der Irre von Pjöngjang nicht schon längst von jahrelangen Wirtschaftssanktionen erdrückt am Boden liegen? Fehlanzeige. Einmal mehr erweist sich dieses Mittel als wenig wirksam. Meistens trifft es statt die Machthaber nur die Ärmsten, und irgendjemand bricht das Embargo sowieso. Auf China ist da Verlass.

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