Nordkorea-Konflikt: „Die Sanktionen stärken Kim Jong-uns Rückhalt in der Bevölkerung“

PremiumInterviewNordkorea-Konflikt: „Die Sanktionen stärken Kim Jong-uns Rückhalt in der Bevölkerung“

18. September 2017
von Niklas Dummer

Sigmar Gabriel fordert direkte Verhandlungen mit der Führung Nordkoreas. Der Nordkorea-Kenner Werner Pfennig erklärt, warum er das für einen guten Vorschlag hält – und warum die Sanktionspolitik der UN gescheitert ist.

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Kim Jong-un und seine Generäle nach einem Raketentest

Herr Pfennig, Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat sich im Atomwaffen- und Raketenkonflikt mit Nordkorea für direkte Verhandlungen mit der Führung des Landes ausgesprochen. Hat er Recht?
Werner Pfennig: Ja, hat er; es ist ein sehr sinnvoller Vorschlag. Eine militärische Lösung dieses Konflikts darf nicht in Betracht kommen. Der einzige Ausweg sind Verhandlungen.

Zur Person

  • Werner Pfennig

    Werner Pfennig war an der Freien Universität Berlin tätig. Seine Schwerpunkte waren Entwicklungen in Ost- und Südostasien und die Wiedervereinigung Nord- und Südkoreas. Mittlerweile ist er im Ruhestand.

Gabriel sagt, notwendig sei eine Kombination aus Sanktionen, klarer Haltung und diplomatischer Angebote. Sie selbst halten nichts von den Sanktionen. Warum?
Seit zehn Jahren erhöht der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ständig die Boykottmaßnahmen gegen Nordkorea. Und was hat das gebracht? Nordkorea fühlt sich immer stärker bedroht und setzt deshalb auf nukleare Abschreckung. Gleichzeitig haben die Sanktionen dazu geführt, dass die Loyalität der Bevölkerung gegenüber dem Regime gestiegen ist. Die Sanktionen und ihre Art der Umsetzung haben das Gegenteil von dem bewirkt, was die Vereinten Nationen erreichen wollen.

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