Obamacare: Falsches Rezept zur richtigen Zeit

PremiumKommentarObamacare: Falsches Rezept zur richtigen Zeit

11. März 2017
von Martin Gerth

Das US-Gesundheitssystem ist zu teuer. Die geplante Reform der Trump-Regierung ändert daran nichts.

Obamacare, die staatliche US-Gesundheitsfürsorge, ist Geschichte. Ein Gesetzentwurf der Republikaner soll wichtige Elemente des Prestigeprojekts der Vorgängerregierung abschaffen. Doch auch ohne den Machtwechsel in Washington hätte Obamacare keine Zukunft gehabt. Die Kosten für den Staat und der Nutzen für die Patienten stehen in keinem gesunden Verhältnis. Obwohl Obamacare über staatliche Zuschüsse nur das Nötigste abdeckt, schreiben private Versicherer mit entsprechenden Policen Verluste. Eine Reform der Reform ist überfällig.

Wie dramatisch die Lage ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen. Ein kranker US-Bürger kostet rund doppelt so viel wie ein deutscher Patient. Die Gründe? Die Verwaltung verschlingt acht Prozent des US-Gesundheitsbudgets. In den OECD-Industrieländern liegt der Schnitt bei nur drei Prozent. Die Kosten für die Haftungsrisiken von Ärzten machen etwa zwei bis drei Prozent der Gesundheitsausgaben aus. US-Mediziner müssen sich mit teuren Haftpflichtpolicen gegen Klagen von Patienten absichern. Oben drauf kommen die hohen Margen der Pharmaindustrie. Deren Preismacht ist groß, weil es an geeigneten Mechanismen fehlt, die Kostenexplosion bei Medikamenten zu stoppen.

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