Arbeitszeit: Besser flexibel als zu kurz

PremiumKommentarArbeitszeit: Besser flexibel als zu kurz

22. Juli 2017
von Bert Losse

Die 28-Stunden-Woche mit Lohnausgleich ist eine schlechte Idee. Arbeitszeit zu flexibilisieren wäre besser.

Bild vergrößern

Jörg Hofmann, Erster Vorsitzender der IG Metall.

Was haben Emmanuel Macron und die IG Metall gemeinsam? Beide wollen ran an die 35-Stunden-Woche. Damit enden die Gemeinsamkeiten aber auch schon: Während der französische Präsident seine Bürger länger arbeiten lassen möchte, setzt die Gewerkschaft auf weniger Arbeitsstunden. In der nächsten Tarifrunde, die im Spätherbst beginnt, will die IG Metall für ihre Beschäftigten das Recht erstreiten, ihre Arbeitszeit zwei Jahre lang auf bis zu 28 Stunden pro Woche zu verkürzen. Tun sie dies etwa, um Angehörige zu pflegen oder Kinder zu betreuen, soll der Arbeitgeber einen „ausreichenden Lohnausgleich“ zahlen, so IG-Metall-Boss Jörg Hofmann.

Brauchen ausgerechnet die Angestellten in der Metall- und Elektroindustrie so eine Sonderregelung? Immerhin ist die Branche keineswegs dafür bekannt, Elendslöhne zu zahlen. Ihre Mitarbeiter zählen mit einem Durchschnittseinkommen von über 50 000 Euro pro Jahr zu den bestbezahltesten Industriefachkräften der Welt; sie verdienen über 30 Prozent mehr als der Durchschnittsarbeitnehmer in Deutschland. Sollen Betriebe, die im globalen Wettbewerb stehen, ihre Leute ernsthaft dafür bezahlen, weniger zu arbeiten?

Anzeige

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%