PremiumThese 2: Betreuung ausbauen und Kindergeld anheben.

04. September 2017

Ideen für die Förderung von Familien gibt es zuhauf: etwa ein steuerliches Familiensplitting statt des Ehegattensplittings. Wirklich helfen geht anders.

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Kinder in einer Kita.

Das Ehegattensplitting erscheint antiquiert. Es belohnt die klassische Rollenverteilung in Familien. Bleibt ein Partner zu Hause, ist der Einkommensunterschied groß. Weil beim Splitting so besteuert wird, als ob beide Partner gleich viel verdienen würden, steigt der Vorteil mit dem Einkommensunterschied. Außerdem ist es dabei egal, ob die Partner Kinder haben. Gleichzeitig gehen Eltern ohne Trauschein leer aus. Auf den ersten Blick wäre ein neues Splitting daher sinnvoll: ein Familiensplitting. Hier wird das Einkommen steuerlich auf alle Köpfe einer Familie verteilt. Weil der Steuersatz mit jedem Einkommens-Euro steigt, bringt die stärkere Aufteilung einen noch größeren Steuervorteil – und belohnt Kinder.

Wer genauer hinschaut, sieht die Nachteile: Den größten Vorteil haben Gut- und Spitzenverdiener, deren sonst hohe Steuer stark sinkt. Geringverdiener, die keine Steuer zahlen, haben gar keinen Vorteil. In Familien, die profitieren, wird es finanziell noch attraktiver, dass ein Elternteil zu Hause bleibt. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördert man so nicht.

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