PremiumThese 27: Deutsch, Mathe, Englisch zur Pflicht machen.

04. September 2017

Das Abitur darf in Hamburg oder Berlin nicht länger weniger wert sein als im Süden der Republik. Sonst gefährden wir unser aller Zukunft.

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Das Abitur darf in Hamburg oder Berlin nicht länger weniger wert sein als im Süden der Republik.

Ein Wort reicht, um Bildungsexperten und Schulpolitiker gegen sich aufzubringen. Das Wort heißt Zentralisierung. Schulen bräuchten Freiheit, heißt die Replik meist – oft versehen mit dem Zusatz, dass erst föderaler Wettbewerb dazu führe, Schulen, Lehrer und Schüler in Deutschland zu Höchstleistungen anzustacheln. Stimmt. Nur: Bei der Debatte um mehr Zentralisierung geht es gar nicht darum, den Unterricht in Deutschland völlig einheitlich zu gestalten.

Vielmehr geht es darum, Chancen und Anreize gleich zu gestalten. Dafür braucht es bessere Vergleichbarkeit, wie sie etwa das sogenannte Zentralabitur liefern kann.

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Das Wort schwirrt seit Jahren durch deutsche Klassenzimmer. Aber bislang war es wenig mehr als ein Etikettenschwindel. Jedes Bundesland hatte sein eigenes Zentralabitur. Eine gesamtdeutsche Vergleichbarkeit war nicht gegeben – mit fatalen Folgen. Wenn nämlich eine 1 in Hamburg oder Berlin eine 3 in Bayern oder Baden-Württemberg bedeutet, steigt der Anreiz für die Südländer, ihr Niveau abzusenken. Schließlich will auch Bayern gerne mehr Einser-Schüler produzieren.

PremiumBildungsmisere Das große Versagen von Deutschlands Schulen

Ob Mathe, Physik oder Deutsch – Firmen klagen über mangelnde Grundkenntnisse der Schüler. Die Politik verliert sich in Strukturdebatten und vernachlässigt die duale Ausbildung. Über die drei Dilemmata der Schulpolitik.

Das große Schulversagen: Azubis und Abiturienten können zu wenig Mathe, Physik und Deutsch. Das bremst die Zukunftschancen der Unternehmen. Quelle: Titelfotos: Getty Images, Titelcollage: Dmirti Broido

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