PremiumThese 38: Der Patient soll transparent werden.

04. September 2017

Ärzte und Krankenkassen blockieren sich seit Jahren bei der Digitalisierung. Ein Konzern sollte die Blaupause für ein vernetztes Gesundheitssystem liefern.

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Deutschland hinkt bei der Digitalisierung des Gesundheitssystems hinterher.

Es ist nur blamabel. Schon 2006 hätten Krankenversicherte in Deutschland eine elektronische Gesundheitskarte mit allerlei Anwendungen bekommen sollen. Seit 2003 wurde dafür über eine Milliarde Euro ausgegeben, doch kann die Karte noch nichts, was der Gesundheitsversorgung nützt.

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In Dänemark etwa startete das papierlose, vernetzte Zeitalter im Gesundheitswesen vor zehn Jahren. Bei einem Besuch kürzlich in Berlin betonte der CEO des Gesundheitsdienstes Healthcare Denmark, Hans Erik Henriksen, längst würden alle chronisch Kranken per Telemedizin betreut. In Notfällen wüssten Rettungssanitäter sofort, was bei Patienten zu beachten sei, und kündigten das in der Klinik an. Noch einen Vorteil nannte Henriksen: „Wir wussten, dass wir das Gesundheitssystem ohne Digitalisierung bald nicht mehr bezahlen können.“

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In Deutschland blockieren sich Ärztevertreter und Kassenverbände, obwohl sie die Digitalisierung organisieren sollen. Es sind nicht Fragen des Datenschutzes, sondern schlicht Bräsigkeit und Beharrungskraft, die Fortschritt verhindern. Nicht einmal ein Gesetz von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) brachte Besserung, obwohl es mit Budgetkürzungen drohte.

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