Was das Jamaika-Beben das Land und Europa kostet

PremiumDie verunsicherte Republik: Was das Jamaika-Beben das Land und Europa kostet

22. November 2017
von Karin Finkenzeller, Max Haerder, Angela Hennersdorf, Martin Seiwert, Cordula Tutt und Silke Wettach

Nach dem Scheitern der Sondierungsgespräche herrscht in Berlin Ratlosigkeit. Energie- und Verkehrswende, EU-Reformen, Brexit – die Wirtschaft sorgt sich: Wie lange kann Deutschland sich ein Machtvakuum leisten?

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Jamaika-Chaos: Die verunsicherte Republik.

In den Tagen nach dem Einschlag, als alles offen, unklar und unsicher ist, bietet Angela Merkel Anlass für ein Déjà-vu. Sie könne nicht erkennen, was sie hätte anders machen sollen, hat die Bundeskanzlerin nach dem schwachen Ergebnis für die Union bei der Bundestagswahl im September erklärt. Sie könne nicht erkennen, wie sie anders hätte verhandeln sollen – das ist die Botschaft, die sie nach dem Scheitern der Sondierungsgespräche mit CSU, FDP und Grünen verbreitet: scheinbar ungerührt vom politischen Blitzeinschlag in Berlin.

Déjà-vus verdanken sich bekanntlich Täuschungen der Wahrnehmung. Und Merkel mag daher annehmen, ihre Position sei nach dem Ende der achtwöchigen Hängepartie paradoxerweise gestärkt: Wann zuletzt hat man sie so gelöst und gelassen gesehen wie an Tag eins nach Christian Lindners Flucht aus Jamaika? Stabilisiert ausgerechnet der stutzerstolze FDP-Chef Merkels innerparteiliche Macht – ganz so wie weiland SPD-Chef Gerhard Schröder, als er Merkel 2005 in einer Fernsehrunde rüde anrempelte und die putschbereite CDU zwang, sich trotz eines schwachen Wahlergebnisses erneut hinter Merkel zu versammeln? Fast scheint es so.

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