Einblick: Schwaben an die Macht!

PremiumEinblick: Schwaben an die Macht!

01. Dezember 2017
von Beat Balzli

Der Preis einer zähen Regierungsbildung werden mitten in der Hochkonjunktur teure Kompromisse sein. Das wird sich in der nächsten Konjunkturflaute rächen.

In den Berliner Szene-Kiezen verachtet man sie regelrecht. Kaum jemand ist so unbeliebt wie sie. Die Schwaben sind das Lieblingsfeindbild hipper Hauptstädter. Sie gelten als spießig, geizig und als Mietpreistreiber, als böses Gesicht der Gentrifizierung. Der Makel Maultausche mobilisiert sogar die Politik. Um sich ein paar Stimmen von den gemobbten Zugezogenen zu verschaffen, forderte im vergangenen Wahlkampf um den Bundestag ein Politiker das Ende des Schwabenhasses – oder zumindest einen Waffenstillstand im Spätzlekrieg.

Tatsächlich bräuchte Berlin eher mehr als weniger vom Spirit der Süddeutschen. Dann käme auf Landesebene der Flughafen BER schneller – und auf Bundesebene die Regierung günstiger. Denn was sich dort gerade nach dem Jamaika-Beben anbahnt, dürfte als teuerstes Politikexperiment in die Geschichte Deutschlands eingehen. Das zähe Ringen um die künftige Führung der Nation findet ausgerechnet mitten in einer Hochkonjunktur statt. Schlechter könnte der Zeitpunkt nicht gewählt sein.

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